Vortrag über Talsperre begeistert 300 Zuhörer

Vom Abriss der Mühle Lauenhain bis zum Tourismusboom

Grünlichtenberg.

Das Klischee, wonach Geschichtsvorträge nur ein begrenztes Publikum erreichen, hat die Veranstaltung in der Grünlichtenberger Kirche am Donnerstag widerlegt: Mehr als 300 Zuhörer im proppevollen Gotteshaus verfolgten den Lichtbilder-Vortrag über 90 Jahre Kriebsteintalsperre, den Michael Kreskowsky, freiberuflicher Gästeführer und Heimatforscher, hielt.

Der als wandelndes Geschichtslexikon bekannte Grünlichtenberger hatte dabei bereits zum zweiten Mal zu dem Thema referiert. "Ich hatte nicht mit so viel Zuspruch gerechnet", zeigte sich Kreskowsky selbst von der Resonanz überrascht. In gewohnter Weise verband er das Wissenswerte mit humorvollen Einlagen. Spannend von der ersten bis zur letzten Minute berichtete er, wie die Mühle in Lauenhain samt ihrer bis zu 300 Sitzplätze fassenden Gastronomie als einziges Gebäude dem Talsperrenbau weichen musste. Auch über die Abholzung der Zschopauufer und der Abtransport der Stämme mit einer eigens dafür errichteten Feldbahn und einer mit Pferden an die Baustelle transportierten Lok berichtete er anschaulich in Wort und Bild. Zwischen 600 und 1000 Menschen hatten laut Kreskowsky in den Jahren von 1927 bis 1929 an der Staumauer gebaut. "Innerhalb von drei Jahren war das riesige Bauwerk fertig. Ich spreche den Berliner Flughafen jetzt besser nicht an", sagte Michael Kreskowsky. Dank der Schneeschmelze sei die Talsperre damals nach rund drei Monaten gefüllt gewesen. Bereits ab 1930 zogen Badebetrieb und später auch Bootsverleih und Fahrgastschifffahrt an den Wochenenden mehrere tausend Besucher an. Einen Ratschlag gab Kreskowsky den Gästen zum Abschluss mit auf den Weg: "Viele von Ihnen kennen Teneriffa besser als die vor der Haustür liegende Talsperre Kriebstein mit ihrer Burg. Das ist ein Fehler."

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