Warme Worte nach heißen Einsätzen

Nach den jüngsten Großbränden in Mittweida und Frankenberg gab es viel Lob und Anerkennung für die Feuerwehr. Doch eine Hoffnung der Aktiven wurde nicht erfüllt.

Mittweida/Frankenberg.

Auch wenn es tragische Anlässe sind: So viel Aufmerksamkeit für die Arbeit können die freiwilligen Feuerwehren mit keinem Tag der offenen Tür erzeugen. Die Bilder von den Großeinsätzen beim Brand auf dem Areal der Recyclingfirma Pyral in Mittweida und dem Feuer in einer Anlage zum betreuten Wohnen in Frankenberg vor zwei Wochen sind im Internet "viral" verbreitet worden, was bedeutet, dass sie außergewöhnlich oft von Nutzern geklickt, gesehen und geteilt worden sind. Die Kommentarzeilen sprudelten nur so vor Anerkennung und Lob für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute.

"Danke euch für euren unermüdlichen Einsatz", "Super, dass es euch gibt, Jungs" ist da nur eine Auswahl, und das Wort "Helden" fiel mehr als einmal in den Kommentaren unter den Berichten zu den Bränden im sozialen Netzwerk Facebook.


Für den Mittweidaer Wehrleiter René Schröter war die Brandbekämpfung bei der Firma Pyral mit 44 Stunden einer der längsten Einsätze seiner Karriere. "Einige Feuerwehrleute waren fast 18 Stunden am Stück draußen", beschreibt er die Leistung der 150 beteiligten Aktiven. Die Resonanz bei Facebook lasse die Kameraden nicht kalt. "Es ist schön, diese Anerkennung zu erhalten", sagt Schröter.

Doch die öffentliche Anteilnahme schlägt sich nicht in einer personellen Unterstützung nieder. "Nach großen Einsätzen hat sich noch niemand gemeldet, der bei der aktiven Truppe mitmachen will." Nach wie vor gewinne man neue Mitglieder für die derzeit 49Aktive zählende Wehr aus der Jugendabteilung.

Zu den jüngsten Neuzugängen zählten drei Männer und eine Frau, die zuvor bereits als Rettungssanitäter tätig waren und so einen Bezug zu Hilfseinsätzen hatten. Zwei Studenten der hiesigen Hochschule hätten sich für eine sogenannte Zweitmitgliedschaft in der Wehr gemeldet. Heißt: Sie sind ausgebildete Feuerwehrleute, die an ihren Heimatorten und in Mittweida zu Einsätzen ausrücken. In diesen Fällen sei es meist eine Folge der "Mund-zu-Mund-Propaganda" unter den Kameraden, die für Neuzugänge sorgt, via Internet hingegen kam noch keine solche Anmeldung.

Diese Erfahrung hat auch der Frankenberger Wehrleiter Michael Knoth gemacht. Es gebe zwar neben der digitalen Resonanz in den Kommentarzeilen von Facebook ganz persönliche Danksagungen von Bürgern gegenüber den Einsatzkräften - Gesten, die diese auch bewusst wahrnehmen würden. Und für die ehrenamtlichen Aktiven sei es "positiv, zu wissen, dass unsere Arbeit wertgeschätzt wird". Aber: "Durch das positive Feedback nach Einsätzen sind keine neuen Kameraden dazugekommen", erklärt Knoth.

Dabei sei es nicht einfach, Nachwuchs für die Freiwillige Feuerwehr Frankenberg zu finden, zu der derzeit 35 Aktive zählen. Meist komme die Verstärkung der Truppe ähnlich wie in Mittweida durch Mund-zu-Mund-Propaganda im Bekanntenkreis der Wehrmitglieder zustande. "Wir würden uns wünschen, dass auch Leute vorbeischauen und dann mitmachen", so der Wehrleiter.

Dennoch sei die Frankenberger Feuerwehr personell nicht schlecht aufgestellt. "Tagsüber sind auch fünf Kameraden von anderen Feuerwehren und Ortsteilen da, die mit ausrücken. Wir haben auch immer eine gute Unterstützung durch die Ortsteile." Doch es könnten mehr aktive Mitglieder sein, die für Einsätze zur Verfügung stehen, so Knoth.

Auch der Nachwuchs in der 20Mitglieder zählenden Jugendfeuerwehr rekrutiere sich teils aus den Kindern von Feuerwehrleuten. "Ein Viertel sind Kinder der Kameraden. Der Rest kommt aus dem Freundeskreis."

Pro Jahr gebe es im Schnitt ein Mitglied, das aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung wechselt. So verlassen Jugendliche nicht selten die Wehr, wenn sie mit der Ausbildung andernorts beginnen. "Diejenigen, welche schon eine Grundausbildung absolviert haben, machen eventuell in einer anderen Feuerwehr weiter", so der Wehrleiter.

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