Warum der Besiedlungszug Schloss Sachsenburg verlässt

Zum 26. Mal werden in vier Wochen wieder rund 150 Leute mit Planwagen durch die Region ziehen. Nach einer Woche im Mittelalter bezieht der Verein ein neues Quartier.

Sachsenburg.

Auch nach dem Jubiläum mit der 25. Auflage des Trosses quer durch Mittelsachsen im Vorjahr wird es den Mitstreitern im Verein Historischer Besiedlungszug nicht langweilig. Der Streckenplan für die 26. Auflage, die am 6. Juli im Lützeltal in Frankenberg eröffnet wird, steht längst fest. Arbeitseinsätze sind seit April fast an jedem Wochenende angesetzt.

"Wir sind gut aufgestellt und freuen uns alle auf die Tour", erklärt Michael Ehnert, der als Lokator wieder den Tross anführen wird. "Aktuell haben wir etwa 140 Anmeldungen, davon etwa 50 Kinder. Das ist eine schöne Anzahl, sowohl für uns Organisatoren als auch für die Teilnehmer. So bleibt alles übersichtlich und familiär." 2018 hatte man zur 25. Ausgabe rund 200 Urlauber mitgenommen. "Es können sich jetzt immer noch Leute anmelden, ein paar mehr Siedler vertragen wir auf jeden Fall", so Ehnert.


Was die Teilnehmer erwartet? Wie jedes Jahr Tagesetappen von etwa 15 Kilometern Länge, die von den Erwachsenen zu Fuß bewältigt werden sollten. Damit wird an die Besiedlung der Region im Jahr 1156 durch fränkische Bauern erinnert. Auch die aktuellen Strecken könnten einst unsere Vorfahren gegangen sein, um die Wälder des Miriquidi, des fast undurchdringlichen Urwaldes, urbar zu machen. Damals folgten die Siedler dem Ruf des wettinischen Markgrafen Otto. Der Adelige versprach den Neuankömmlingen dafür Land, Auskommen und Steuerfreiheit. Heute gibt es in jeden Etappenort ein geselliges Lagerleben mit Übernachtung in großen Zelten, Musik, Gaukelei und Reiterspielen. Dazu sind ab 15 Uhr auch Tagesgäste in das Siedlerlager eingeladen. Jeden Tag wird zudem ein Märchen aufgeführt, und zwar immer das Gleiche. Auch dieses Ritual wissen die vielen "Wiederholungssiedler" zu schätzen.

"Die Proben unserer Theatergruppe beginnen am Wochenende", berichtet Ehnert, der am nächsten Montag mit dem Vereinsvorsitzenden Andreas Rausch noch einmal alle Lagerplätze kontrollieren und auch die gesamte Strecke abfahren will. Geplant ist auf der ersten Etappe am 7. Juli auch eine Runde über das Gelände der Landesgartenschau. Ziel ist wie im Vorjahr der Seidelhof in Sachsenburg.

Die Planwagen werden danach aber nicht mehr in die Remisen auf Schloss Sachsenburg zurückkehren. "Wir haben ein neues Quartier im Dorf gefunden, die alten Stallungen an der Straße in Richtung Schönborn-Dreiwerden", erläutert Rausch. Dort sollen künftig die Planwagen untergestellt werden. Die Scheune im Schlosshof sei für den Verein derzeit nur noch schwer zugänglich, weil die Sanierung des Schlosses nun in vollem Gange sei. "Da liegt so viel Baumaterial, dass für uns kaum noch Platz ist", so Ehnert.

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