Warum der Kindergarten ein neues Sicherheitssystem hat

Als dritte Einrichtung in Hainichen kann nun auch die "Villa Zwergenland" nur mit einem elektronischen Chip betreten werden. Dafür hatten sich die Eltern stark gemacht.

Hainichen.

Bislang bedeutet Sicherheit in Kindergärten vor allem, dass die Kinder nicht unkontrolliert aus dem Haus rennen. Dazu dient in vielen Fällen ein weit oben angebrachter Riegel, an den nur Erwachsene herankommen. Weil damit aber allen Leuten Zutritt zum Gelände der Kindereinrichtungen möglich wäre, hat die Stadt Hainichen aufgerüstet und nun das dritte Haus mit einer elektronischen Sicherung ausgestattet.

Seit einigen Tagen verfügt die "Villa Zwergenland" in der Bahnhofstraße über ein Chipsystem, das es bereits in zwei weiteren Einrichtungen der Stadt gibt und das sich laut Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) bewährt hat. Sowohl in der DRK-Kita "Storchennest", in der das System schon im Jahr 2016 installiert worden war, als auch vor eineinhalb Jahren im Hort "AlberTina" hätten Eltern den Chip recht schnell akzeptiert.


Beim "Zwergenland" seien es laut Greysinger Eltern gewesen, die sich für die Lösung eingesetzt haben. Auslöser war nach Angaben von Kita-Leiterin Sarah Nowak ein unschöner Vorfall vor einiger Zeit. "Auf unserem Gelände saß eine angetrunkene Frau herum, die auch noch eine Flasche Schnaps dabei hatte", so Sarah Nowak. "Sie hat niemand etwas getan, aber das hat natürlich die Eltern alarmiert."

Der Kindergarten an der Bahnhofstraße, der in Trägerschaft der Volkssolidarität ist, hat nach Angaben der Stadtverwaltung nicht nur das neue Schließsystem an zwei Toren, sondern auch noch mehrere neue Zaunteile bekommen. "Rund 20.000 Euro wurden insgesamt investiert", erklärte Greysinger.

Für das komplett ausgelastete "Zwergenland" mit einer Kapazität von 115 Plätzen konnten für jedes Kind zwei Chips pro Familie geordert werden. "Wenn Oma und Opa mal den Filius abholen wollen, muss der Chip ihnen vorher gegeben werden", sagt Sarah Nowak. "Das scheint aber kein Problem zu sein, viele Familien haben auch nur einen Chip genommen." Für den müssen 20 Euro Pfand bezahlt werden. Ist der Chip weggekommen, gibt es auch kein Geld zurück.

Ein verlorener elektronischer Schlüssel sei auch kein Problem für dass Schließsystem. "Jeder Chip hat eine Nummer, alle Schlüssel sind gelistet", erläutert die Leiterin der Einrichtung. "Kommt also einer weg, wird nur diese Nummer gesperrt." Zudem sei der Chip auch nur für den Eintritt nötig. "Raus kommt man immer", versichert Sarah Nowak. Und damit im Ernstfall auch die Feuerwehr schnell Zutritt hat, soll der Wehrleitung bei einer Begehung das System erläutert werden.

Ob und wie viele andere Kitas in Mittelsachsen solche Systeme nutzen, ist dem Jugendamt nicht bekannt. "Ob Sicherheitssysteme erforderlich oder sinnvoll sind, hängt von verschiedenen Bedingungen und nicht zuletzt von den örtlichen Gegebenheiten ab", erklärte Kreissprecher André Kaiser. "Chip-Systeme werden auch zur Erfassung von Betreuungszeiten genutzt." Fälle, dass Fremde auf Kita-Gelände eingedrungen sind, seien dem Jugendamt nicht bekannt.

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