Warum die Hainichener Blumenuhr zeigerlos ist

Von Vandalismus ist die Attraktion im Stadtpark oft betroffen gewesen. Doch diesmal wurde nicht illegal Hand angelegt.

Hainichen.

Zuletzt im April hatten Unbekannte in einem Akt von Vandalismus die Zeiger der Hainichener Blumenuhr so stark verbogen, dass sogar das Uhrwerk des Kleinods beschädigt wurde. Die Reparaturkosten von rund 1800 Euro konnten durch Spenden der Hainichener finanziert werden.

Das war nicht der erste Fall von Vandalismus, bei dem die Uhr Schaden genommen hatte. Doch obwohl die Stadt schon Belohnungen auf Hinweise zu den Tätern ausgesetzt hatte, wurden die bisher nie gefunden.

Nun ist dem Hainichener Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) aber angesichts der vielen Übergriffe auf die Uhr der Kragen geplatzt und er will weiteren Schäden vorbauen: "Da es gerade in den Sommerferien nicht auszuschließen ist, dass es Zerstörungen an der Uhr gibt, habe ich den Bauhof gebeten, die Zeiger abzubauen." Deshalb zeigt sich die Uhr nun zeigerlos. Doch damit allein will es der Rathauschef natürlich nicht bewenden lassen. So will er den laut gewordenen Rufen nach einer Videoüberwachung im Stadtpark nachkommen und hat sich bei mehreren Behörden dazu schlau gemacht, was die rechtliche Situation in der Frage betrifft. So hatte der Landesdatenschutzbeauftragte im Vorfeld einer Prüfung auch auf schutzwürdige Interessen zum Beispiel von Passanten verwiesen. "Mir liegen nun die Antworten der verantwortlichen Behörden vor. Ich bin optimistisch, dass wir die Videoüberwachung installieren dürfen", so Greysinger.

So habe der Landesdatenschutzbeauftragte Sachsens grundsätzlich keine Einwände zu dem Vorhaben Er habe aber gefordert, dass die Polizei regelmäßig die Gegend kontrolliert. Dafür habe er von der Polizei bereits eine Bestätigung erhalten, so Greysinger. Auch das Ordnungsamt und die Streetworker im Jugendtreff wollen verstärkt im Stadtpark Streife gehen.

Die Finanzierung der Überwachungstechnik sollte kein Problem mehr sein. Aus den Spenden der Bürger zur Reparatur der Blumenuhr habe die Stadt noch einen Überschuss von rund 2300 Euro. Außerdem bestehe das Angebot einer Geschäftsfrau aus Hainichen, eine mögliche Differenz zu den Kosten zu spenden. Wie hoch diese ausfallen, sei noch unklar. Angebote von mehreren Betrieben seien angefordert.

Der Bürgermeister hofft nun, dass die Videokamera zur Überwachung der Blumenuhr spätestens Mitte August steht. "Dann können wir die Zeiger der Blumenuhr wieder anbringen."

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