Warum ein runder Geburtstag ein Denkmal retten kann

Auf dem Kirchhof in Mittweida ist der sanierte Stein, der an den Krieg von 1870/71 erinnert, wieder geweiht worden. Historiker Heiko Weber hat dafür Geld gesammelt.

Mittweida.

Der Gedanke eines einigen Europas liegt Heiko Weber am Herzen. Dies betonte der Mittweidaer Historiker ausdrücklich, als am Montag, pünktlich zu seinem 71. Geburtstag, ein saniertes Krieger-Denkmal auf dem Kirchhof in Mittweida wieder eingeweiht werden konnte. Weber hat die Restaurierung bezahlt - wie viel genau, wollte er nicht verraten. "Es ist eine vierstellige Summe", erklärte er nur.

Das Geld hatte er vor genau einem Jahr anlässlich seines 70. Geburtstags von seinen Gästen erbeten. Weitere Spenden kamen hinzu, auch Weber öffnete seine Brieftasche. "Es ist ein Musterbeispiel für bürgerschaftliches Engagement", lobte Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU) die Aktion. Wie Mittweida zu diesem Denkmal kam, konnte der Historiker vor Ort natürlich ausführlich erklären.

"Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71, der erst zum einigen Deutschland führte, hat die Mittweidaer Kirche zu Spenden aufgerufen", sagte Weber. Insgesamt 333 Taler, die Summe müsse man heute mit 20 multiplizieren, seien zusammengekommen. Davon sei das Denkmal bezahlt worden. Darauf sind die Namen der Gefallenen zu finden: Neun Männer aus Mittweida, zwei aus Lauenhain und einer aus Altmittweida. "Insgesamt 931 Buchstaben Text", ergänzte Steinmetzmeister Frank Böttger, der den aus schlesischem Granit gefertigten Obelisken restauriert hat.

Am 3. September 1871 sei der Stein aufgestellt worden, so Weber. Seinen Platz habe er lange Zeit am Kirchenportal gehabt, später dann auf dem Friedhof, wo er teils zerlegt worden war. "Erst seit ein paar Jahren steht er zwischen Kirche und Schule", sagte Weber. Dort könne er laut Schreiber auch nach der geplanten Sanierung des Kirchplatzes ab 2020 bleiben.

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