Warum eine Straße wieder zu einem Weg wird

Wo 2013 noch das Hochwasser gewütet hat, sind nun neue Brücken aufgebaut. Zum krönenden Abschluss der Arbeiten fehlt im Lützeltal nur noch eines.

Frankenberg.

Reichlich Tonnage wurde in diesen Tagen ins Lützeltal bewegt. Die neuen Brücken für das Frankenberger Wander- und Erholungsgebiet sind bereits im Rohbau fertiggestellt. Die in der Ausschreibung mit zunächst 17 Bietern erfolgreiche Firma Werner Stowasser Bau GmbH aus Roßwein hat die knapp zehn Tonnen schweren Beton- Fertigteile herangekarrt, durch den Herbstwald gefahren und mit Hilfe eines Kranes auf die bereitstehenden Widerlager gewuchtet.

Je Brücke wurden zwei Fertigteile eingebaut. Nach der Verbindung mit dem Unterbau entstehen auf beiden Seiten passende Zufahrtsrampen. Anschließend werden die Brückengeländer montiert. In dem idyllischen Tal beschädigten die Fluten 2013 vier Brücken so stark, dass sie erneuert werden mussten. Die Fachleute legten aber auch Hand an die drei weiteren Querungen. "Neben den vier geplanten Brücken mussten drei weitere in Stand gesetzt werden", erklärte Frankenbergs Bauamtsleiter Michael Thiel. Hintergrund ist, dass sie auf dem Weg zu den Baustellen lagen und daher von den Baufahrzeugen genutzt wurden. Zudem wurde der zwei Meter breite Weg auf drei Meter verbreitert, damit für die Zeit der Sanierung eine Baustraße zur Verfügung stand.

Wenn alle Brücken und Wanderwege im Lützeltal fertig saniert sind, werden damit auch alle Schäden des Hochwassers 2013 in Frankenberg beseitigt sein. Insgesamt 43 Projekte wurden umgesetzt. Fast zehn Millionen Euro gibt der Freistaat unterm Strich dafür aus.

Die Beseitigung der Hochwasserschäden fördert der Freistaat Sachsen komplett. Nur für einige nicht förderfähige Arbeiten musste die Kommune selbst das Stadtsäckel öffnen. Die anteiligen Eigenmittel beliefen sich auf circa 400.000 Euro, sagte Frankenbergs Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) im Frühjahr im Technischen Ausschuss der Stadt. Dies traf zum Beispiel auf Ausgaben für die Straßenbeleuchtung, Stadtmobiliar am Schilfteich und die Beseitigung von Schäden zu, die nicht Teil der Erstmeldung nach dem Hochwasser waren.

"Mit einem Abschluss der kompletten Leistungen inklusive der Fördermittelabrechnung wird erst gegen Ende 2020 gerechnet", so Firmenich weiter. Vor allem die Verfahren zum Kauf von Grundstücken seien langwierig. Ein Rücklauf der eingereichten Abrechnungen von den Fördermittelgebern sei nicht kurzfristig zu erwarten.

Um die Vergabe der Bauleistungen im Lützeltal hatten sich laut Thiel 17 Bieter beworben. In den engeren Kreis kamen acht Unternehmen. Eine Firma musste wegen Formfehlern ausgeschlossen werden. "Mit 1,23 Millionen Euro hatte die Firma Werner Stowasser aus Roßwein das wirtschaftlichste Angebot abgegeben", erklärte Michael Thiel. Dies befinde sich innerhalb des verfügbaren Budgets von 1,37 Millionen Euro für das Lützeltal. Die Frankenberger Stadträte gaben diesem Gebot schließlich grünes Licht.

Als letzte Arbeiten vor der Freigabe des Wanderweges durch das Lützeltal wird aus Naturschutzgründen die Baustraße wieder auf Wanderwegbreite zurückgebaut. Immerhin handelt es sich beim Lützeltal um ein Fauna-Flora-Habitat. Die Fertigstellung aller Arbeiten ist für Ende November vorgesehen.

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