Warum Lichtenau einen neuen Bauhof braucht

Gemeinde will eine Million Euro investieren und altes Gelände für künftige Sporthalle vorbereiten

Lichtenau.

Für rund eine Million Euro soll ein Komplex zwischen Rathaus und Turnhalle gebaut werden. Die Vorplanung ist in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt worden. Baustart soll nächstes Jahr sein. "Freie Presse" beantwortet wichtige Fragen.

Lichtenau hat doch einen Bauhof an der Auerswalder Hauptstraße. Warum ist ein Neubau notwendig?

Das hat mehrere Gründe. Laut Sportstättenkonzept ist der Bau einer neuen Sporthalle dringend notwendig, weil die 1976 errichtete Turnhalle in Auerswalde zu klein ist und Mängel hat. Die Gemeinde hat für eine Zweifeldhalle drei Standorte untersucht. Favorisiert wurde vom Gemeinderat ein 10.000 Quadratmeter großes Gelände, wo sich Bauhof und Festplatz befinden. Das Areal könnte durch eine Sporthalle und später einen Hort dort aufgewertet werden. Doch deshalb muss der Bauhof umziehen. Favorisiert wird eine Fläche zwischen der Turnhalle und dem Rathaus-Parkplatz an der Rathausstraße.

Doch dieser Platz ist viel kleiner, reicht der für den Bau überhaupt aus?

Bauamtsleiter Kersten Pilz hat vorgerechnet, dass sich der Bauhof jetzt auf einer Fläche von 8500 Quadratmetern befindet. Künftig sind es nur noch rund 1300 Quadratmeter. "Wir haben den Bedarf ermittelt, die Fläche ist ausreichend", so Pilz. Jetzt sei das Gelände sehr weitläufig. Künftig gebe es beispielsweise Hochregallager. Es werde in die Höhe gebaut. Außerdem gebe es noch Platz für eine Erweiterung für mehr Mitarbeiter und Fahrzeuge, so Pilz auf Anfrage.

Wie soll das Gebäude aussehen?

Architekt Dirk Fellendorf erläuterte die Vorplanung. Es soll ein zweigeschossiges Funktionsgebäude mit Werkstatträumen, Lager- und Abstellflächen sowie eine Fahrzeughalle geben. Der Eingang erfolgt über die Rathausstraße und den jetzigen Parkplatz. Außerdem werden Container und ein hohes Silo aufgebaut, wo Streugut gelagert wird. Zudem ist Platz für ein Hochwasserschutzlager. Alle Gebäude und Bauwerke haben eine Nutzfläche von 700 Quadratmetern.

Was sind die Vorteile im Vergleich zum jetzigen Gelände?

Bei der Suche nach einem Standort ist die Gemeinde davon ausgegangen, dass für acht Dörfer ein zentraler Platz für den Bauhof gefunden wird. Jetzt sei die Entfernung nach Niederlichtenau und Ottendorf beispielsweise viel zu groß, erläuterte Pilz. Künftig soll jeder Ortsteil zeitnah erreicht werden. Günstig sei künftig auch die Rathaus-Nähe.

Warum wird so ein hohes Silo gebraucht?

Auf dem jetzigen Bauhofgelände lagern beispielsweise 15 Tonnen Salz abgepackt gegen Nässe auf Paletten. Wie Hauptverwaltungsleiter Martin Lohse sagte, sei die Anlieferung von Schüttware preiswerter. Außerdem könnten laut Bauamtschef Pilz kleinere Silos in den Ortsteilen aufgebaut und beliefert werden.

Wozu ist ein Hochwasserschutzlager notwendig?

Dort werden alle Gerätschaften gelagert, die im Hochwasserfall gebraucht werden. Dazu gehören auch Sandsäcke, die schnell befüllt werden können. Lichtenau war bei den Hochwassern 2002 und 2013 stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

Wie ist der Bauhof bisher ausgestattet, und wie soll er künftig aussehen?

Laut Hauptverwaltungs-Chef Martin Lohse hat der Bauhof zehn Mitarbeiter, die je nach Jahreszeit im Einsatz sind. Die Gemeinde verfügt über fünf Fahrzeuge mit mehreren Funktionsgeräten. Künftig will die Gemeinde mehr Aufgaben zur Pflege und Unterhaltung ihrer Grundstücke wie Bad- und Sportplatzgelände selbst übernehmen. Mit dem neuen Bauhof und weiteren Anschaffungen soll das besser gelingen, so Lohse.

Warum werden Bau- und Pflegearbeiten nicht an private Firmen übergeben?

Die Gemeinde hat die Erfahrung gemacht, dass es wirtschaftlicher ist, wenn der Bauhof die Leistungen übernimmt. "Außerdem hat sich der Wettbewerb verschärft", sagte Lohse. Vor fünf Jahren habe es mehr Anbieter gegeben, auch seien die Preise nach oben geschnellt. Manchmal habe sich überhaupt keine Firma auf eine Ausschreibung gemeldet. Künftig will die Gemeinde Rasenpflege, Winterdienst und andere Dienstleistungen wieder mehr selbst übernehmen. Dazu hat der Gemeinderat in vergangenen Monaten mehrere Neuanschaffungen von dafür notwendigen Geräten beschlossen.

Wann wird gebaut?

Ziel ist es laut Bürgermeister Andreas Graf (CDU), dass 2020 gebaut wird. Architekt Fellendorf erarbeitet jetzt die Genehmigungsplanung, damit noch dieses Jahr ein Bauantrag gestellt werden kann. Nach seiner Kostenschätzung wird mit einer Summe von knapp einer Million Euro brutto gerechnet. bj

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