Warum sich Retter nach Brand auf eine heiße Fete freuen

Es klingt banal und ist doch nicht alltäglich: Auf sehr persönliche Weise hat ein junges Unternehmen Mittweidaer Feuerwehrleuten gedankt.

Mittweida.

Wären die ehrenamtlichen Feuerwehrleute nicht so engagiert gewesen, der Wohnungsbrand am 23. April am Mittweidaer Markt hätte deutlich schlimmere Folgen haben können. Für benachbarte Gebäude am Haus Markt 16 und vor allem für das Start-up-Unternehmen Slock.it, deren 35 Mitarbeiter hier arbeiten.

Daran hat Markus Weigl, Projektleiter der jungen IT-Firma, keine Zweifel gelassen, als er sich jetzt bei der Freiwilligen Feuerwehr Mittweida im Namen des Unternehmens für deren Einsatz bedankte - nicht nur mit herzlichen Worten, sondern auch mit der Übergabe eines Grillpakets für eine Fete am Männertag im Wert von mehr als 100 Euro. "Man kann es nicht hoch genug einschätzen, wenn die Feuerwehr im Ehrenamt betrieben wird", sagte Weigl. Hätte der Brand in der Dachgeschosswohnung der Marktpassage auf die darunter liegenden Büros von Slock.it übergegriffen, wäre wertvolle Technik der Firma wohl verloren gewesen. "Für uns als junges Unternehmen wäre der Schaden immens gewesen", so Weigl.


So blieb es dabei, dass die Wohnung, die Mitarbeitern, die teils aus dem Ausland stammen, in der Probezeit zur Verfügung gestellt werde, derzeit unbewohnbar ist und keine Menschen verletzt wurden. Der Schaden werde über eine Versicherung reguliert.

Dass diese Darstellung nicht übertrieben ist, bestätigte Mittweidas Wehrleiter René Schröter. Als die Einsatzkräfte gegen 10 Uhr am Markt mit insgesamt 31 Kameraden und mehreren Fahrzeugen eingetroffen war, schlugen Flammen aus der Wohnung, der Brand sei bis zum Spitzboden durchgedrungen, Glutnester betrafen Teile der Dachverkleidung und Dielen im Fußboden. Von der Drehleiter aus hätte die Einsatzkräfte die Dachhaut mit Wasser gekühlt und den Brand noch rechtzeitig in einem dreistündigen Einsatz löschen können, bevor er auf andere Etagen übergreifen konnte. Ein defektes Küchengerät hatte den ursächlichen Kabelbrand ausgelöst.

Dass sich Brandopfer spontan und in dieser persönlichen Form bei den Rettern bedanken, sei schon selten, so Schröter. "Das ist nicht alltäglich." Ähnliche Reaktionen habe es zuletzt 2013 nach Hochwasser-Einsätzen gegeben. Im Alltag werde der ehrenamtliche Einsatz eher als Selbstverständlichkeit betrachtet.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...