Was die Hainichener 2019 erwartet

Die Gellertstadt hat mehr Einwohner als im Jahr zuvor. Die dürfen sich auf den Ausbau einiger Straßen und die Umgestaltung des Stadtparks freuen. Brachen sollen verschwinden und Häuser saniert werden.

Hainichen.

Auch in diesem Jahr wird sich in der Gellertstadt einiges tun. Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) gab beim Neujahrsempfang am Freitagabend im Rathaussaal einen Ausblick und sprach von einem "Übergangsjahr". Viele Vorhaben, beispielsweise Breitbandausbau und Hochwasserschutz, würden 2019 in die Wege geleitet, Bauarbeiten könnten jedoch erst später erfolgen. Zudem kündigte er einen Abschied an. Nur noch einmal sollen die Gäste im Rathaus empfangen werden. 2021 könne die Veranstaltung im sanierten Neorokokosaal "Goldener Löwe" stattfinden. Die "Freie Presse" fasst wichtige Aspekte zusammen.

Wie hat sich Hainichen entwickelt?

Die Einwohnerzahl hat sich um 54 Bürger (0,6 Prozent) erhöht, obwohl 2018 mehr als doppelt so viele Bewohner gestorben sind als Babys geboren wurden. Greysingers Begründung: "Hainichen ist attraktive Wohnstadt." Aktuell zählt die Stadt mit Ortsteilen 8620 Einwohner. Abgeschlossen wurden im Vorjahr der Hochwasserschutz am Witzbach in Crumbach. Das alte Gaswerk an der Mittweidaer Straße und das Saatgut wurden abgerissen.

Wo wird weiter gebaut?

Der Ausbau des Saals im einstigen Hotel "Goldener Löwe" ist mit rund 2 Millionen Euro in diesem Jahr der größte Ausgabenposten. Beim Straßenbau folgen der zweite Bauabschnitt des Ottendorfer Bergs und die Sanierung der Georgenstraße zwischen August-Bebel- und Ernst-Thälmann-Straße. Zudem wird im Sportforum für knapp 950.000 Euro ein Kunstrasenplatz gebaut. Für alle Projekte wurden die Vergaben mit dem Haushalt 2018 gefasst. Das gelte auch für die Erneuerung der Stützmauer an der Straße Talblick in Schlegel.

Beginnen sollen auch die Arbeiten im Stadtpark, insbesondere im Bereich des Tiergeheges, der Volieren und der Stadtgärtnerei. Die Kita "Storchennest" am Ottendorfer Hang erhält einen Fahrstuhl, die Oberschule einen Bolzplatz, die obere Etage der Grundschule eine Klimaanlage. Im Sportforum kann der Brandschutz modernisiert werden. Der Jugendclub Wiesenstraße wird für 17.000 Euro saniert, das Parkett im Gellert-Museum für 13.000 Euro erneuert. Der Ortsteil Eulendorf bekommt eine neue Bushaltestelle.

Welche Pläne hat die Stadt?

Gesucht wird neben Dorsten (am Rande des Ruhrgebiets) eine weitere Partnerstadt. "Um den europäischen Gedanken auch in Hainichen mehr als bisher auszuleben, werde ich in zehn Tagen ins tschechische Ustek fahren", so Greysinger. "Ich halte es für sehr wichtig, mit internationalen Begegnungen den europäischen Gedanken zu fördern." Geplant sei ein Austausch aller Altersgruppen, der Vereine und Feuerwehren. Ustek ist eine Kleinstadt zwischen Usti nach Labem und Decin.

Wo gibt es Schwierigkeiten?

Für den Striegistalradweg liegt der erste Planfeststellungsbeschluss nach einigen Klagen von Umweltverbänden seit rund eineinhalb Jahren beim Chemnitzer Verwaltungsgericht, das Verfahren soll in diesem Jahr beginnen. Für den Abschnitt von der Kratzmühle bis nach Niederstriegis hatte Greysinger die gesamten Planungsunterlagen im Sommer 2018 selbst bei der Landesdirektion abgegeben. Ein Erörterungstermin dazu werde bis zum Sommer 2019 erfolgen.

Für den Radweg entlang der Staatsstraße von Hainichen nach Falkenau sei wegen offener Umweltfragen die Auslegung der Unterlagen im Jahr 2019 nicht ausgeschlossen, aber keinesfalls sicher.

Was bleibt und was kommt weg?

Im Haushalt 2019 enthalten ist der Erwerb und der Abriss der ehemaligen SED Kreisleitung an der Turnerstraße. Bei den Brachen Oederaner Straße 2 und Ernst-Thälmann-Straße 41 lehnt der Denkmalschutz den Abriss dieser Häuser ab. Ein ernsthafter Interessent für die Sanierung des ehemaligen Kinos habe sich bisher nicht gemeldet. Die Stadt will zudem das ehemalige Lederwerk an der Ecke Feld- und Wiesenstraße kaufen und abreißen lassen. Die Kosten für den Abbruch liegen bei knapp einer Million Euro; ein Votum des Stadtrats steht noch aus.

Wer baut 2019 sonst noch in der Stadt?

Zu den privaten Baumaßnahmen gehören die Marktterrassen, das markante Gebäude Gellertstraße 50 sowie die Brauhofstraße 6 und 8, zwei der ältesten innerstädtischen Gebäude. Der Bauhof der Firma Backer-Bau im Industrie- und Gewerbegebiet Crumbach soll in den nächsten Tagen in Betrieb gehen.

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