Was die Zschopau so spannend macht

Dass Wasser kein trockener Stoff ist, erlebten mehr als 200 Schüler beim Aktionstag zum "Tag der Flüsse". Dazu hatte die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt nach Frankenberg geladen.

Frankenberg.

Wasser als Basis allen Lebens und die Gewässerökologie stehen im Mittelpunkt des "Tages der Flüsse". So heißt das Projekt des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft und der Landesstiftung Natur und Umwelt. Nach dem Auftakt in Dresden 2016 fand die jährliche Veranstaltung am Freitag erstmals in Frankenberg statt. Praktisch, dass da gerade die Landesgartenschau floriert und die Stadt an der Zschopau liegt.

"Das ist kein Spaßtag, sondern die Kinder sollen etwas lernen", sagte Andrea Gößl, Pressesprecherin der Landesstiftung. Dafür werden mit Hilfe von Partnern wie der Landestalsperrenverwaltung, dem Technischen Hilfswerk und dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mehrere Stationen aufgebaut. An diesen erfahren die Schüler Wissenswertes aus der Welt des Wassers und können auch selbst Hand anlegen. "Die Abwechslung macht es", sagte Gößl. "Lehrer sagen hinterher oft: Kommen Sie bitte jedes Jahr zu uns."

An der Station von Landesamts-Abteilungsleiter Uwe Müller konnten die Acht- und Neuntklässler aus Frankenberg, Lichtenau und Chemnitz zunächst ihr Wissen testen. Zu beantworten waren Fragen wie: Wie viel Trinkwasser verbraucht ein Sachse pro Tag? Welches Tier lebt nicht in Sachsens Gewässern? Und was zeigen die sogenannten Hungersteine an? 85 Liter, Wasserlaus und extremes Niedrigwasser, so lauten die korrekten Antworten.

Fragen nach heimischen Fischarten beantwortete Gert Füllner am Nachbarstand. "Wir haben heute früh per Elektrofischfang diese Tiere hier aus der Zschopau geholt", sagte der Referatsleiter beim Landesamt und zeigte auf eine Reihe Aquarien. Heimisch seien Bachforelle, Bachschmerle, Döbel, Gründling, Bitterling und verschiedene Barben. "Die Tiere kommen nachher wieder in den Fluss", versprach Füllner. Naturschutz spiele zwar eine große Rolle in Schulen, nicht aber der Bereich unter Wasser. Und so hatte der Diplomfischerei-Ingenieur aufmerksame Zuhörer, als er die Unterschiede zwischen Aal und Lachs erläuterte. Beide Arten wandern über lange Distanzen. Doch während der Lachs im Süßwasser laicht, tut der Aal dies in der Sargassossee im Atlantik und reist dann per Golfstrom gen Europa. "Falls nach der Renaturierung in diesem Herbst erstmals wieder Lachse in Chemnitz eintreffen sollten, wäre dies eine Sensation", frohlockte Füllner.

Annelie Köhler lehrt Biologie an der Frankenberger Erich-Viehweg-Oberschule und war begeistert vom Aktionstag. "Da Ökologie ein Thema im Biologieunterricht ist, passt diese Veranstaltung perfekt zum Lehrplan", sagte sie. Eine Teilnahme der Schulen ist nur nach vorheriger Anmeldung im Internet auf der Homepage www.lanu.de möglich.

Unter dieser Adresse können Schulen auch den Besuch eines der drei Umweltmobile der Landesstiftung buchen. Sie waren ebenfalls beim Aktionstag vorgefahren. "Pro Mobil haben wir im Schnitt 100 Einsätze pro Jahr", erklärte Anna-Katharina Klauer, Biologin und zuständig für die Umweltmobile. In Frankenberg ermittelten Schüler mit ihrer Hilfe, wie viel Phosphat und Nitrat in der Zschopau sind und wie deren pH-Wert ist. Wegen des Phosphats gaben die Schüler dem Fluss die Note 3. "Wissenschaftlich belastbare Werte sind das aber nicht", schmunzelte die Biologin.

Ein paar Meter weiter ging ein Wettbewerb mit Sandsäcken über die Bühne. Bennet Pauli, Felix Gelbhaar und Max Menzer aus der 9. Klasse der Erich-Viehweg-Oberschule packten an, stapelten und hatten ihren Spaß. "Der Tag heute ist ganz entspannt", sagte Louis Recht, ebenfalls in Klasse 9. "Mich hat vor allem interessiert, welche Fische wir hier in meiner Heimatstadt haben."

Darüber war Frankenbergs Beigeordneter Ralf-Peter Regner im Bilde. Er hatte die Schüler begrüßt und beantwortete ihre Fragen. So etwa nach der ausgestellten größten Pumpe der Stadt, die für 12.000 Liter pro Minute ausgelegt ist. Sie wird eingesetzt, wenn Regen- und Abwasser nicht mehr aus der Stadt abfließen. Denn es nütze nichts, sich bei Hochwasser nur gegen die Zschopau zu sichern.

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