Was Mittweidaern an der Stadt gefällt

Mein Mittweida: Die Stadt punktet bei Bewohnern unter anderem mit ihrer Lage. Doch das ist nicht alles.

Mittweida.

Bewohner schätzen an Mittweida, dass die Stadt nahe der Talsperre Kriebstein und unweit der Großstadt Chemnitz liegt, auch die Hochschule wird als Standortvorteil empfunden. Das hat eine Umfrage der "Freien Presse" ergeben: Jan Lässig: "Ich schätze an Mittweida nicht nur den Großteil der Leute mit denen ich täglich zu tun habe", sagt der Lauftrainer, der seit 2008 in der Stadt lebt. Reizvoll empfinde er die Umgebung, die Talsperre und das Zschopautal. Vorteile biete die Lage der Stadt unweit der großen Zentren. Verbessert werden könne die Anbindung der kleinen Ortschaften. "Auch das Radwegenetz ist völlig unterentwickelt, die Wanderwege teilweise kaum begehbar." Grit Kopasz: Die Abteilungsleiterin Handball im TSV Fortschritt empfindet die gute Anbindung zu den Autobahnen als Standortvorteil. An ihrer Heimatstadt gefallen ihr "die vielen Oasen, wie Schwanenteich, Stadtpark und die Talsperre". Es habe sich viel getan in der Stadt, unter anderem seien die Kindertagesstätten, Schulen und Sportstätten modernisiert. "Natürlich wäre es gut, wenn Mittweida ein Kulturhaus oder ähnliches hätte, da ich Veranstaltungen in der Dreifelderhalle für nicht schön erachte", sagt Kopasz. Im Vergleich zu anderen Städten fehlten in und um Mittweida Radwege. Auch der Leerstand von Geschäften sei ein Problem. Dennoch: "Prinzipiell bin ich sehr gern Mittweidaerin und finde, dass wir viel zu viel über Dinge meckern anstatt unsere Stadt zu genießen." Gordon Oswald: "Ich glaube, dass Mittweida durch die Hochschule eine junge Stadt ist", sagt der Geschäftsführer des Studentenrats. Hier gebe es im Vergleich zu anderen Kleinstädten mehr kulturelle Veranstaltungen. Die Atmosphäre in der Stadt empfinde er herzlicher als in anderen Kommunen. "Es ist nicht so anonym, wie in der Großstadt", so Oswald. Und es gebe vergleichsweise viele Freizeitangebote. Matthias Möbius: Als Leiter der hiesigen Fichte-Oberschule schätzt Möbius die gute Zusammenarbeit am Bildungsstandort mit anderen Schulen und der Hochschule, aber auch "die sehr guten Bedingungen für den Sport". In der Stadtentwicklung habe sich vieles in Mittweida verbessert. Möbius lobt auch die gute Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel an Nachbarstädte. Ein noch offene Wunsch sei eine bessere Internet-Anbindung in den Ortsteilen. Michael Müller: Der Chef des Vereins Deckerberg findet Mittweida lebenswert. Gremien, Verwaltung und Bürger arbeiteten daran, die Kleinstadt voranzubringen. "Es funktioniert schon ganz gut", sagte er. Er engagiert sich im Verein für Kulturangebote. Sie werden laut Müller von den Mittweidaern gut angenommen. Zwischen größeren Festen und Höhepunkten im Stadtleben gebe es Lücken, die so gefüllt würden. "Die Angebote locken die Leute aus ihren Wohnungen. Sie können etwas erleben, miteinander reden, Kontakte knüpfen und Netzwerke aufbauen", so Müller. Das werde gebraucht. Stadt, Hochschule und Bürgerinitiativen sollten seiner Ansicht nach intensiver zusammenarbeiten, um noch mehr zu bewegen. Die Hochschule sei von großer Bedeutung. Zum einen lebten mehr junge Leute in Mittweida, außerdem profitierten Händler und Vermieter. Eines seiner liebsten Ziele für Ausflüge ist die Talsperre Kriebstein. Stephanie Klotz: Die Streetworkerin wohnt seit rund einem Jahr in Mittweida und findet die Stadt sehr schön. "Die Infrastruktur ist deutlich besser als in dem Dorf, aus dem ich stamme", sagt sie. Der Ort im Chemnitzer Osten sei heute ein Stadtteil. Einkaufsmöglichkeiten und ein Kino, wie sie Mittweida zu bieten hat, gebe es dort nicht. Sie schätzt die Geschäfte vor Ort ebenso wie Freizeitangebote. Durch ihre Arbeit habe sie einen Überblick über Freizeit-, Sport- und kulturelle Angebote für Kinder und Jugendliche. "Es ist eine Menge da", sagt Klotz. Über Fortschritte in der Stadt freut sich Stephanie Klotz. Aktuell verfolge sie gespannt die Umgestaltungspläne für den Goethehain. "Die Anlage am Schwanenteich gefällt mir sehr gut. Es wäre toll, wenn im östlichen Teil der Stadt durch die Sanierung etwas Ähnliches entsteht", sagte sie. Im gesamten Stadtgebiet würde sie sich mehr Wege und geschützte Bereiche für Fahrradfahrer wünschen. (jl/tür)

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