Wassertemperaturen wie in der Adria

Mit 27 und 28 Grad ist das kühle Nass in den meisten Freibädern der Region nicht mehr wirklich kühl. Die Gäste zieht es dennoch in Scharen in die Freizeitoasen. Vor allem die schattigen Plätze unter Bäumen sind heiß begehrt.

Heute wird Nina aus Rossau drei Jahre alt. Reingefeiert hat sie gestern schon feucht-fröhlich im Freibad in Mittweida. Das Babybecken ist dort durch ein Sonnensegel geschützt.

Für Sie berichtet: Ute George

Der Hitze-Sommer beschert vielen Freibädern schon jetzt Rekordzahlen bei den Besuchern. Im Hainichener Freibad wurden laut Rick Seifert, Fachangestellter für Bäderbetriebe, bisher etwa 20.000Gäste gezählt. "Das ist auf jeden Fall ein Rekord seit der Jahrtausendwende", sagt er. Selbst das heiße Jahr 2003 würde dieses Jahr getoppt. Im wechselhaften vergangenen Jahr waren es nur 15.000 Besucher in der gesamten Saison.

Und auch die Wassertemperaturen, die aktuell bei 28 Grad liegen, können mit der Adria konkurrieren. Aber bieten die denn noch wirklich eine Abkühlung? "Mir wäre das Wasser auch zu warm", sagt Seifert mit einem Schmunzeln. Aber den meisten Badegästen gefiele es. Die Hygienebehörde kontrolliere das Wasser im normalen Rhythmus von zwei Wochen. "Bis jetzt gab es noch keine Beanstandungen", sagt Seifert.

Viele Badegäste und große Hitze bedeuten laut Seifert aber auch, dass ständig Wasser nachgefüllt werden muss. 15 Liter pro Badegast und Tag kämen dann wieder ins Becken. Das Wasser bezieht das Freibad vom ZWA Hainichen.

Neben dem Wasser wären bis auf wenige harte Sonnenanbeter vor allem die Schattenplätze derzeit die Lieblingsorte der Gäste. Laut Seifert reichen die im Freibad Hainichen auch aus. "Wir haben neun große Sonnenschirme aufgestellt und viele Pappeln auf der Liegewiese, die Schatten spenden", erklärt er.

Auch im Mittweidaer Freibad konnte bis gestern die Rekordzahl von 85.000 Gästen verzeichnet werden. "Deutlich mehr als in den vergangenen Jahren um diese Zeit", sagt Bademeister Christoph Decker. Die Wassertemperaturen um die 27/28Grad seien jetzt zwar für Leistungsschwimmer zu warm, zum Planschen aber angenehm, erklärt er. Kontrolliert werde die Wasserqualität täglich. "Wenn es von der Norm abweicht, bekommen wir auf den Computer sofort Alarm gemeldet", so Decker. Ähnlich wie in Hainichen werden die Becken regelmäßig neu aufgefüllt, auch mit Frischwasser. "Das passiert in der Nacht automatisch", so der Bademeister.

Dank der naturnahen Lage gebe es zudem reichlich Schattenplätze. "Auf der großen Liegewiese haben wir viele Bäume", erklärt Deckert. "Da kommen alle Leute unter." Zusätzliche Sonnenschirme müssten nicht aufgestellt werden.

Das Altmittweidaer Freibad hat erst seit reichlich vier Wochen geöffnet, weil noch auf dem Gelände gebaut wurde. "Doch bereits jetzt haben wir die Einnahmen rein, wie sonst in einer durchschnittlichen Saison", sagt Bademeister Rando Gelbrich. Etwa 5000 Gäste, schätzt er, haben bisher das Bad besucht. "Für diese kurze Zeit ist das auf jeden Fall ein Rekord", erklärt er. Und das Freibad kann noch mit erfrischenden 25Grad Wassertemperatur aufwarten. "Normalerweise ist die Nachfrage nach kühlerem Wasser eher selten, dieses Jahr wird die Abkühlung geschätzt", sagt er mit einem Schmunzeln. Da das Wasser aus einem Brunnen gezogen werde, "können wir täglich großzügig nachfüllen", berichtet der Bademeister. Etwa 15.000 Liter frisches Nass fließen jeden Tag neu in die Becken. Die Kontrolle der Qualität erfolge computergestützt.

Begehrt sind auch im Altmittweidaer Bad derzeit vor allem die Schattenplätze. "Die sind immer zuerst belegt", weiß der Bademeister. Die acht Schirme und 15 Bäume würden nicht immer ausreichen. Aber viele Gäste würden sich auch selbst Schirme und Strandmuscheln mitbringen.

Von einer Rekord-Gästezahl will Frank Dietze vom Sachsenburger Freibadpersonal derzeit zwar noch nicht sprechen, "aber wir sind sehr gut besucht", sagt er. 6500 Gäste verzeichnete er bis jetzt. Täglich seien es im Durchschnitt 550. "Da hatten wir aber schon mehr", erklärt er. Aktuell habe das kühle Nass 25 Grad. "Am Samstag waren es aber noch 27Grad", weiß er.

Auch im Sachsenburger Freibad fließt ständig Wasser nach. Es handele sich um Brunnenwasser mit einer Temperatur von 12Grad. Die lange Trockenheit mache sich schon bemerkbar, sagt Dietze. "Der Brunnen gibt nicht mehr so viel Wasser her. Die Abstände, in denen er sich zuschaltet, werden größer", so Dietze. Doch noch sei alles im grünen Bereich.

Im grünen Bereich sind auch die Schattenplätze. "Ringsrum ist Wald, die Gäste legen sich unter die Bäume", erklärt er. "Zusätzliche Schirme brauchen wir nicht", sagt er, auch wenn die Schattenplätze begehrt seien.

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