Wenn der Angeklagte keine Reue zeigt

Ein Mann aus Hainichen soll einen Bekannten mehrfach verletzt und bestohlen haben. Das brachte ihn vor Gericht.

Hainichen.

Mit voller Wucht hat am 5. März ein 18-jähriger Mann einem 17-Jährigen in Hainichen drei bis fünf Faustschläge verpasst. Bevor er zuschlug, schubste er das Opfer zudem gegen eine Kirchenmauer. Der 17-Jährige, der wie der Täter in Hainichen wohnt, erlitt eine Prellung im linken Rippenbereich. Der Vorfall und zwei weitere Taten brachten den 18-Jährigen vors Jugendgericht des Amtsgerichts Döbeln. Vorgeworfen wurden ihm Körperverletzung in drei Fällen sowie Diebstahl.

Als der Angeklagte dem 17-Jährigen am Abend des 21. März erneut in Hainichen begegnete, soll er ihn mit dem Arm umklammert und mit dem Knöchel der rechten Faust in den Nacken geschlagen haben. Außerdem soll er am Mittag des 7. Mai auf dem Schulplatz am Lutherplatz in Hainichen ein Fahrrad gestohlen haben. Das Rad hatte einen Wert von rund 600 Euro.


Dass er den Geschädigten an die Kirchenmauer geschubst und ihn mit der Faust geschlagen hat, gestand der Angeklagte. Seine Mutter und die des Opfers arbeiten in derselben Firma. "Er sagte, dass meine Mutter dort rausfliegen würde", erzählte der Angeklagte. "Da habe ich zugeschlagen." Auch den Diebstahl des Rades gestand der Beschuldigte. Das Fahrrad ließ er später irgendwo stehen. Am 21. März will der Beschuldigte das Opfer aber nicht geschlagen haben. "Da war ich zuhause", sagte er. Die Anzeige habe der Geschädigte nur aus Rache getätigt.

"Ich und zwei Freunde standen an der Kirche", schilderte das Opfer als Zeuge die erste Tat. "Da kam er, sagte etwas, was ich nicht verstanden habe, und boxte mir in die Rippen." Beim dem Vorfall am 21. März will der Geschädigte den Angeklagten nur an der Stimme erkannt haben. In der polizeilichen Vernehmung hatte er jedoch ausgesagt: "Er kam auf mich zu, nahm mich in den Schwitzkasten und schlug zu." Danach habe sich das Opfer aus der Umklammerung gewunden, sich auf sein Rad geschwungen und sei weggefahren.

Vor Gericht ist der Angeklagte bekannt. Drei Einträge hat er im Bundeszentralregister, darunter auch wegen Körperverletzung. Weder habe er einen Beruf gelernt noch gehe er einer Arbeit nach. Gegenwärtig lebe er von dem Geld, das seine Mutter verdient. Tagsüber hänge er mit Freunden herum, die ebenfalls nicht arbeiten. Schuld, Einsicht und Reue zeigte er in der Verhandlung nicht. Auch entschuldigte er sich beim Opfer nicht.

Da die Tat vom 21. März dem Angeklagten nicht eindeutig nachzuweisen war, wurde er dafür nicht bestraft. Aufgrund der Körperverletzung am 5. März und des Diebstahls am 7. Mai verurteilte Richterin Marion Zöllner den Beschuldigten jedoch zu einem Jugenddauerarrest von vier Wochen. Außerdem muss er nach Weisung der Jugendgerichtshilfe 120 Arbeitsstunden binnen drei Monaten absolvieren. Den Wertersatz von rund 600 Euro für das Fahrrad zieht das Gericht vom Angeklagten ein.

In das Urteil floss zudem ein Urteilsspruch vom 22. Januar mit ein. Damals hatte der 18-Jährige vom Amtsgericht Döbeln wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung in zwei Fällen Arbeitsstunden erhalten. Er hatte im April 2018 in Hainichen ein Holzgeländer an einer Bühne und Sitzreihen zertreten und Straßenlampen zerstört. Es war ein Sachschaden von insgesamt 1000 Euro entstanden. Die 100 Arbeitsstunden aus dieser Verurteilung leistete er jedoch nur zum Teil. Das Urteil ist rechtskräftig.

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