Wenn Malerei zur digitalen Kunst wird

Christina Ender aus Flöha hat schon immer gemalt. Früher mit Stift, Pinsel und Farbe. Jetzt auf einem Computerbildschirm. Die Bilder überraschen und zeigen mehr als Gesichter.

Flöha.

Das Talent wurde ihr in die Wiege gelegt. Und Christina Ender hat es mitgenommen. "Ich habe als Kind schon sehr gern gemalt", sagt sie. Verschiedene Kurse an der Volkskunstschule in Oederan hat sie belegt und eigentlich, so sagt die junge Frau, wollte sie immer gern etwas Künstlerisches machen. "Ich bin dann aber doch Erzieherin geworden", sagt Christina Ender, die in der Kindertagesstätte "Rasselbande" in Leubsdorf arbeitet. Und sie liebt ihren Beruf, die tägliche Arbeit mit den Kindern. Das mag sie nicht mehr hergeben.

Das Künstlerische macht Christina Ender trotzdem. Das Malen und Zeichnen ist längst ihre Leidenschaft geworden, mehr als ein Hobby und ein bisschen auch ein Standbein. Sie hat ein Gewerbe angemeldet, malt oder zeichnet Illustrationen, Logos, Porträts und Comics mit Spitzen-Eiern zum Beispiel, den "Lacy Eggs". Ganz traditionell hat Christina Ender begonnen, mit Stift oder mit Pinsel und Farbe entstanden Porträts oder Landschaften.

Und dann kam vor etwa sieben Jahren die Digitalisierung. "Mit der digitalen Kunst habe ich mich noch einmal komplett neu erfunden", sagt Christina Ender. Sie malt und zeichnet mit dem Tabletcomputer und nutzt dafür das Programm ProCreate, das unendlich viele kreative Möglichkeiten bietet. Christina Ende nutzt die sozialen Netzwerke als Schaufenster, um die Ergebnisse ihrer künstlerischen Arbeit zu präsentieren. Wenn sie heute auf ihre ersten Porträt-Aufträge schaut, die Anfang der 2000er-Jahre entstanden, sagt sie: "Oje". Will heißen: Eine künstlerische Entwicklung ist unverkennbar. Ihre Kindergesichter verraten viel über die kleinen Menschen und offenbaren zugleich einen ganz eigenen Stil. Für ein Auftrags-Bild bietet Christina Ender drei verschiedene Preis-Pakete an, die sich vor allem hinsichtlich der ausgereichten Dateiformate und der Nutzungsrechte unterscheiden. Die Urheber- und Nutzungsrechte sind ein sehr komplexes Thema in der digitalen Welt. "Damit habe ich mich intensiv beschäftigt", sagt Christina Ender. Ein Porträt auf der Grundlage von Fotos und einem Vorgespräch kann auf dem Tabletcomputer im besten Fall an einem Abend entstehen. Die 36-Jährige hat auch mehrere Logos für Flöha entworfen. Die frühere Baumwollspinnerei als künftiges Stadtzentrum ist das zentrale Thema dafür - wahlweise als stilisierte Skyline oder farbenfroh mit hüpfenden Herz-Menschen.

Seit 2013 lebt Christina Ender mit ihrem Mann und den beiden Kindern in Flöha. Sie mag die kleine Stadt zwischen den beiden Flüssen, weil "man hier alles hat, was man als Familie braucht". Und das alles eingebettet in sehr viel Grün. Für weitere Hobbys bleibt neben Beruf und Familie und der Malerei nicht viel Zeit. Sportbegeistert ist Christina Ender jedenfalls, und weil sie aus einer eingefleischten Fußballerfamilie kommt, wäre sie beinahe selbst Fußballerin geworden. Das Spiel habe ihr zwar Spaß gemacht, sagt sie, aber es hat sie eben nicht so gepackt wie das Malen.

Neben den Aufträgen für Porträts oder Logos für Vereine oder Unternehmen arbeitet Christina Ender aktuell an einem Langzeitprojekt. Ein Kinderbuch soll entstehen mit Texten einer Verwandten und ihren Illustrationen. Inspiration und Ideen dafür sammelt die junge Frau unter anderem auch in ihrem Berufsalltag in der Kindertagesstätte und in der eigenen Familie.

Ihre zwölfjährige Tochter male übrigens auch schon eifrig und mit großer Begeisterung, sagt Christina Ender. Vermutlich wurde ihr das Talent dafür in die Wiege gelegt ...

https://christina-Ender-artwork.de/

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