Wie aus dem Wald in Ehrenberg wieder ein Park werden soll

Das Umfeld von Rittergut und Schloss soll nach historischem Vorbild wieder den alten Glanz erhalten. Ein Anfang ist gemacht, noch fehlt die Planung.

Ehrenberg.

Aufgeräumt sieht das Areal unterhalb des Schlosses und des Ritterguts in Ehrenberg aus. Wer hier entlang läuft, denkt schon wieder mehr an einen Park, als an einen Wald. Ende 2016 und im Frühjahr wurde hier einiges gemacht, vor allem Unterholz entfernt. Die Treppe ist wieder sichtbar, der ausgemauerte Teich soll demnächst geputzt und wieder mit Wasser gefüllt werden.

Auch Pier Giorgio Furlan, der Betreiber des Kulturzentrums im Rittergut, träumt bereits von lauen Sommernächten im Park, mit Musik und vielen Besuchern. Die sollen nach seinen Vorstellungen unter möglichst vielen Bäumen stehen. Das hat der Denkmalschutz so aber nicht geplant. Beim ersten Rundgang im Vorjahr hatte Gebietsreferent Stefan Dähne angemahnt, das 1563 erbaute Rittergut in seiner Gesamtheit als Kulturdenkmal zu betrachten. Wege müssten hergestellt, eventuell gar Bäume gefällt werden.


"Den Antrag auf Waldumwandlung haben wir eingereicht", versicherte Matthias Feig vom Bauamt der Gemeinde Kriebstein. "Da steht drin, dass so wenig wie möglich in die Natur eingegriffen wird. Größere Baumfällungen sind vorerst nicht vorgesehen." Das Landratsamt bestätigte nun auch den Eingang. "Mit der Umwandlung soll die Waldfläche nahe dem Schloss Ehrenberg wieder parkartige Strukturen erhalten", erläuterte Pressereferentin Lisa-Maria Schöne. "Eventuelle Baumfällungen werden erst im Verfahren der denkmalschutzrechtlichen Genehmigung thematisiert", ergänzte Pressesprecher André Kaiser.

Die Gemeinde Kriebstein bleibt dabei Eigentürmer des Areals, Furlan als unmittelbarer Nachbar will sich mit seinem Förderverein um die Umgestaltung und die Pflege des künftigen Parks kümmern. Der gebürtige Venezianer steht derzeit vor zwei Problemen: Ihm fehlen die Leute für die Arbeit im Wald und er will eigentlich jeden Baum erhalten. "Mit Arbeitsgelegenheiten und Bundesfreiwilligendienst ist kaum etwas zu machen, die Leute, die mit in kulturelle Projekte eingebunden sind, dürfen Arbeiten im Wald gar nicht machen", erläutert er. "Und eine Firma kann keiner bezahlen."

Er will aber weiter nach Möglichkeiten suchen, das Projekt voranzubringen. "Beim Thema Baumfällung bekomme ich aber Magenschmerzen", so Furlan. "Ich bin kein Ökofreak, aber vor einem großen Baum habe ich nun mal Respekt". Deshalb hofft er, dass sich bei der geforderten Wiederherstellung von Sichtachsen Kompromisse finden lassen.

Die Gemeinde kann auch die geforderte Ausgleichsfläche vorweisen, ein Areal auf Grünlichtenberger Flur. "Damit entsteht dort ein Waldstück, weil in Ehrenberg aus dem Wald wieder ein Park wird", erläuterte Bürgermeisterin Maria Euchler (FWK). "Es sind schon Anpflanzungen erfolgt." Was bislang noch fehlt, ist der Wegeplan für Ehrenberg. Den soll und will Furlan mit seinem Förderverein beisteuern. "Wir möchten hier schon einen weiteren touristischen Anziehungspunkt schaffen", betonte Maria Euchler. Bei Furlan haben sich nun schon Leute gemeldet, die bereits in diesem Jahr im Park Musik machen wollen. "Da hab ich jetzt schon Gänsehaut", zeigt sich Furlan optimistisch.

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