Wie die Trennung weniger schmerzt

Ein Staatssekretär schaute am Donnerstag bei der Diakonie Rochlitz in Mittweida vorbei. Im Reisegepäck hatte er danach Wissenswertes.

Mittweida.

Uwe Gaul, Sozialstaatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, setzte am Donnerstag seine Kommunaltour in den Landkreisen Erzgebirge und Mittelsachsen fort. Dabei besuchte er auch die Erziehungs- und Familienberatung des Diakonischen Werkes Rochlitz im Eltern-Kind-Zentrum Mittweida. Darüber hinaus führte er Gespräche mit den Verantwortlichen in den Sozial- und Jugendämtern der Landkreise. "Die Zusammenarbeit im Bereich Jugend, Familie, Soziales im Landkreis funktioniert ganz gut", zog Gaul ein erstes Fazit. Seine Landkreistour will er im nächsten Jahr wiederholen.

In Mittweida bekam der SPD- Politiker die druckfrische Broschüre "Kinder und Trennung" in die Hand gedrückt. Darin gibt die Diakonie Rochlitz Eltern, die sich trennen wollen, Tipps im Umgang mit ihren davon betroffenen Kindern. Bislang gab es zu diesem Thema nur Handzettel. "Unser Ziel war es, die Hinweise zusammenzufassen", erklärte Maria Heyn, Leiterin der Familienberatungsstelle im Diakonischen Werk. Die Anregung dazu entstand beim Runden Tisch Familienrecht, der an der Hochschule Mittweida tagt und an dem auch das Diakonische Werk Rochlitz sitzt.

"Für die Kinder zerbricht bei Trennung der Eltern die bisher vertraute Welt", heißt es in dem Druckwerk. "Sie wollen diese schwierige Situation nicht wahrhaben und können nicht verstehen, dass die Familie auseinandergerissen wird." Die Folge: Kinder hätten das Gefühl, dass sie die Kontrolle über ihr Leben verloren haben und sind zutiefst verunsichert. Die Diakonie-Experten raten den Elternteilen daher dazu, den Nachwuchs zusammen und einvernehmlich über die Trennung zu informieren. Es müsse die Botschaft ausgesandt werden, dass das Kind nichts mit dem Split zu tun habe und auch keine Schuld daran trage. "Lassen Sie alle Fragen zu, auch wenn Sie im Moment keine Antwort wissen", so die Autoren weiter. Keineswegs sollten die Eltern im Beisein der Kinder streiten oder den Partner herabwürdigen. Und auch für die Eltern selbst hat Maria Heyn einen guten Rat: "Sorgen Sie mit Freunden, Sport und Hobbys dafür, dass es Ihnen gut geht." Je besser es den Eltern gehe, desto besser gehe es auch den Kindern.

Bei Bedarf erhalten Mütter und Väter auch persönlich Rat bei den Beratungsstellen der Diakonie. Diese sind in Mittweida am Bürgerkarree 2, in Rochlitz in der Bismarckstraße 39, in Frankenberg in der August-Bebel-Straße 1 sowie in Burgstädt am Kirchplatz 2 zu finden.www.diakonie-rochlitz.de

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