Wie ein Ehrenberger große und kleine Waldbesucher erfreut

Spielgeräte für die Kinder, eine Sitzbank für Senioren: Die Holzprojekte von Michael Fuhse kommen bei allen Generationen gut an.

Kriebstein.

Mit dem Bau einer Sitzbank am Rand eines kleinen Waldstücks nahe Ehrenberg hat Michael Fuhse einigen Menschen im Kriebsteiner Ortsteil eine Freude gemacht. "In Ehrenberg leben viele ältere Menschen, die gern in der Umgebung ihres Heimatortes spazieren gehen", berichtet Christa Czekalla. Sie beispielsweise laufe mit Rollator auf dem Siedlungsweg etwa zehn Minuten bis zum Wäldchen. Nach dieser Strecke sei sie glücklich, sich auf der Bank ausruhen und verweilen zu können, so die 84-Jährige. Anderen Senioren gehe es ähnlich.

In den vergangenen Wochen seien ihr zudem mehr Spaziergänger als sonst begegnet, darunter auch Mütter mit ihren Kindern. Viele machten an der Bank Pause, so Czekalla. Fuhse habe noch ein Schildchen an einem Baum nahe des Rastplatzes befestigt. Es weise alle, die dort anhalten, ganz wunderbar und in netter Art darauf hin, "dass Doktor Wald für manches Wehwehchen Hilfe ohne Geld bereithält", sagt sie. Solange der Mensch den Wald schütze und ihn nicht zum Müllplatz mache, sei er für ihn da. Fuhse, der im Ort als geschickter Bastler gelte, habe sie mit den praktischen Lösungen für die Wünsche seiner Mitmenschen und mit seinen Ideen beeindruckt, betont Czekalla.

Wie Fuhse erklärt, hat alles mit seinen eigenen Hobbys begonnen. Er tüftle gern an Technik und Basteleien. Er liebe Fahrzeugoldtimer, vor allem Motorräder, und er sei gern mit seiner Familie und seiner Labrador-Mischlingshündin Luna draußen im Grünen und im Wald unterwegs, schildert der 47-jährige Ehrenberger. Als sein Sohn Moritz mit etwa fünf Jahren alt genug war, um mit dem Vater Dinge aus Holz zu bauen, stellten sie gemeinsam im Wäldchen bei Ehrenberg eine Futterkrippe auf. "Moritz und andere Kinder aus dem Ort haben dorthin im Winter Kastanien und Heu gebracht", berichtet Fuhse. "Bald begannen sie, zusätzlich Vögel zu füttern und irgendwann war die Krippe zum Weihnachtsfest für die Tiere geschmückt.

Fuhse stellte noch einen Briefkasten für die Post der Kinder an Weihnachtsmann und Osterhase dazu. Mit Moritz, der inzwischen elf Jahre alt ist, habe er manche Briefe sogar beantwortet, berichtet er. Vater und Sohn bauten zudem an zwei Stellen im Wäldchen einfache Sitzgelegenheiten aus umgebrochenen Baumstämmen und Sitzflächen aus Holz.

Anfang dieses Jahres habe es zudem viel Windbruch gegeben. Das brachte Fuhse auf die Idee, passende Stücke auszuwählen und für den Bau einer Wippe, eines kleinen Klettergerüstes und einer Schaukel zu verwenden. Seine siebenjährige Tochter Marlene und der dreijährigen Sohn Albert probierten die neuen Spielsachen aus. Die Kinder aus der Nachbarschaft folgten. "Die Eltern oder Großeltern müssen natürlich aufpassen. Sie befinden sich in der Natur und nicht auf einem öffentlichen Spielplatz", so Fuhse.

Viele störe das jedoch nicht und sie pilgerten gern dorthin oder auch zu den verborgeneren Plätzchen im Bauernbusch. "Der Name deutet schon an, dass es sich um keinen großen, dunklen Wald handelt. Die Fläche gehörte früher zu den kleineren Bauerngütern, die jeweils ein Stück Wald besaßen", erklärt Fuhse. Heute ist das Areal ein Stück Natur, das unter anderem für Familien mit Kindern ein Ziel für kleine Streifzüge bietet. Einigen älteren Leuten aus dem Ort genügt hingegen schon ein Spaziergang bis kurz hinters Dorf. Sie hatten Fuhse deshalb gefragt, ob er nicht auch eine Sitzgelegenheit am Waldrand nahe des Siedlungsweges schaffen könnte.

Er organisierte und reparierte eine Bank und stellte sie an den gewünschten Platz. Seither sammelt er nach eigenen Angaben dort allerdings mit seinen Kindern häufig Papier, Zigarettenkippen und Verpackungsmüll ein, den Leute etwa beim Picknick hinterlassen haben.

"Ich ärgere mich, wenn jemand Abfälle in den Wald wirft", sagte Fuhse. Verbotsschilder helfen seiner Ansicht nach jedoch kaum. Von der Kriebsteiner Bürgermeisterin Maria Euchler wisse er, dass der Bauhof der Kommune ebenfalls Arbeitszeit und Kosten aufwenden müsse, um achtlos Weggeworfenes oder sogar illegal abgekippten Müll an unterschiedlichen Stellen im Ort zu beseitigen. Er wolle deshalb mit dem Gedicht vom Doktor Wald an den guten Willen der Menschen appellieren. Den Text habe er bei einem Spaziergang anderswo gesehen und sofort gut gefunden, so Fuhse. Das Gedicht verstehe jeder, ohne dass es belehrend wirke. "Vielleicht wird manchem im Dorf gerade jetzt bewusster, wie wichtig eine schöne Umgebung nahe der Wohnung ist. Diese Naturräume sollten bewahrt werden", sagt er.

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