Wie Gäste aus Moldawien Deutschland erleben

Junge Leute aus der Republik Moldau sind in Hainichen zu Gast. Sie folgten einer Einladung des Jugend- und Familienzentrums. Das plant einen neuen Kindergarten in der Heimat der Besucher.

Hainichen.

Wenn Marina und Inga von ihrer Heimat erzählen, glänzen die Augen der jungen Frauen. "Wir sind sehr gastfreundlich", sagen sie. Ihr Land biete eine schöne Natur und sei einen Besuch wert. In diesen Tagen aber sind 15 Jugendliche und zwei Familien aus Moldawien zu Gast in Deutschland. Dank einer Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend konnte das Jugend- und Familienzentrum des Vereins Jugend mit einer Mission (JMEM) sie nach Hainichen einladen. Betreut werden sie von den Kings Kids, der Jugendarbeit des Zentrums.

"Wir wollten unseren Gästen mit dem Besuch eine Plattform geben, damit sie etwas von ihrer Kultur und Lebensfreude weitergeben können", erläutert JMEM-Mitarbeiter Martin Frank den Hintergrund des Austauschprojektes. Schon mehrfach seien Delegationen aus Deutschland in Moldawien gewesen. Nun konnten Inga, Marina und die anderen jungen Leute erstmals nach Deutschland kommen. Vor allem die Architektur in Dresden, Chemnitz und Zwickau habe es ihnen angetan. Aber auch die Natur in der Sächsischen Schweiz habe sie beeindruckt, so die jungen Frauen. "Viele Deutsche haben ein Lächeln im Gesicht", hat Inga - übrigens die erste Feuerwehrfrau in ihrem Land - beobachtet.


In Hainichen nahmen sich die jungen Leute des Kräuterlabyrinths an der Gellertstraße an und brachten es wieder auf Vordermann, berichtet Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD). Zu den Höhepunkten ihres Besuches gehörte der Abstecher nach Leipzig. Dort führten die Moldawier in der Grimmaischen Straße in ihrer Tracht einige Tänze auf und ernteten dafür Beifall und Zustimmung. "Das Leben in ihrer Heimat ist für sie oft alles andere als leicht", erzählt Martin Frank. Viele Kinder wachsen bei entfernten Verwandten auf, weil ihre Eltern die Heimatorte verlassen müssen, um anderswo für den Lebensunterhalt der Familie zu sorgen. Marina etwa musste sich einer Augen-OP unterziehen. Die Folge: Die Eltern mussten für die Behandlungskosten ihren Viehbestand verkaufen und wegziehen. "Unsere Partnergemeinde in Moldawien hilft Familien, etwa beim Kochen und beim Erledigen der Hausaufgaben. Das wollen wir unterstützen." Es gebe verschiedene Projekte, die helfen, die Lebensqualität vor Ort zu erhöhen. Regelmäßig fahren Hilfstransporte nach Südosteuropa. Jugendgruppen organisieren Camps für den Nachwuchs.

Der ganz große Wurf der Hainichener aber ist die geplante Gründung eines Kindergartens in Moldawien. Martin Frank sitzt dabei mit seiner Frau Ruth in einem Boot. Sie ist Vorstand im Hainichener Kita-Trägerverein "Springbrunnen". "Im Moment sind wir dabei, in Branesti Land zu kaufen", sagt Frank. Das Geld dafür sei durch Sammeln im Freundeskreis zusammengekommen. Nächste Schritte sind Hausplanung und -bau. "Betreiber soll die örtliche Kirchgemeinde werden", so der Hainichener. Nach seinen Worten gebe es in Moldawien zu wenig Kindertagesstätten. "Für die Hälfte der Kinder gibt es keine Plätze", beschreibt Frank die Lage in dem an Rumänien grenzenden Land.

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