Wie in die Innenstadt neuer Schwung kommen soll

Von A wie Aufenthaltsqualität bis Z wie Zwischennutzung: Mit diesen Ideen will Mittweidas Geschäftsstraßen-Managerin den Händlern helfen.

Mittweida.

In den vergangenen Monaten hat sich Mittweidas neue Geschäftsstraßen-Managerin Stefanie Torge umgesehen, mit Händlern und Kunden gesprochen. Am Dienstagabend hat sie erste Ideen vorgestellt, die der Innenstadt zu neuem Glanz verhelfen sollen.

Aufenthaltsqualität: Sitzgelegenheiten und Pflanzen vor Geschäften sollen Kunden überzeugen, länger in der Innenstadt zu bleiben. "Wenn der Buchhändler eine Bank aus Büchern baut oder der Jeansladen seine Bank mit Jeansstoff verkleidet, sind das Hingucker", sagt Torge. Auch Fensterbänke könnten zu Sitzflächen umfunktioniert werden.


Außenverkauf: Noch wird in Mittweida eine Sondernutzungsgebühr fällig, wenn auf Gehwegen Werbeaufsteller, Verkaufsständer oder Tische und Stühle von Gaststätten stehen. Wenn es nach Stefanie Torge geht, wird diese Gebühr bald ausgesetzt, zuvor muss allerdings der Stadtrat zustimmen.

Kampagne: Gemeinsam sollen die Unternehmer für den Einkauf vor Ort werben. Ein Einkaufsführer, in dem alle Geschäfte verzeichnet sind, bedruckte Stoffbeutel, Postkarten und Plakate wären erste Schritte. Auch Online-, Radio- und Fernsehwerbung ist möglich. Freuen würde sich die Einkaufsstraßen-Managerin, wenn bei diesem Projekt eine Zusammenarbeit mit Studierenden der Hochschule zustande käme: "Das wäre eine gute Möglichkeit, sie an die Geschäfte zu binden."

Parkplätze: Auch die Parkplatzsituation in der Innenstadt will Torge verbessern. Das heißt vor allem: mehr Kurzzeit- und weniger Dauerparken. "Das wird nicht von heute auf morgen passieren, aber wir werden es angehen", versprach sie.

Rundgänge: Bei gemeinsamen Spaziergängen durch die Innenstadt sollen die Geschäftsleute einander besser kennenlernen: Wer verkauft was? "So können sie Kunden auch Empfehlungen aussprechen", erklärt Torge. Für Bürger und Gäste der Stadt könnten ebenfalls Touren zu bestimmten Themen angeboten werden. Unter dem Titel "Mit allen Sinnen genießen" zum Beispiel wäre ein Rundgang vom Seifengeschäft über den Schokoladenshop bis zum Spirituosenhändler denkbar.

Stammtisch: Bei regelmäßigen Treffen sollen sich die Mittweidaer Unternehmer über wichtige Themen informieren und austauschen. Auch gemeinsame Veranstaltungen könnten dort geplant werden. Das erste Treffen soll Ende August stattfinden und sich um das Thema Aufenthaltsqualität drehen.

Store Checks: Innerhalb von ein bis zwei Stunden will Torge bei sogenannten "Store Checks" unter anderem Schaufensterwerbung, Einrichtung, Beleuchtung und Dekoration von Läden unter die Lupe nehmen. "Die Erfahrung hat gezeigt, dass oft schon kleine Sachen helfen, um ein Geschäft attraktiver zu gestalten."

Veranstaltungen: "Der Kunde will ein Erlebnis", sagt Stefanie Torge. Ein Flohmarkt mit Straßenmusik auf der Rochlitzer Straße, eine gemeinsame Pflanzaktion, ein Wettbewerb, bei dem Kunden das schönste Schaufenster küren, oder ein Sommerkino auf dem Markt könnten das in ihren Augen bieten. Auch die Werbung für bestehende Veranstaltungen soll optimiert werden.

Zwischennutzungen: Für Ausstellungen von lokalen Künstlern, Fotografen oder auch Kindern will Torge leerstehende Geschäfte nutzen, bis neue Mieter gefunden sind. Auch sogenannte Pop-Up-Stores sind denkbar: Kommerzielle Nutzungen, bei denen beispielsweise Gastronomen oder Händler auf begrenzte Zeit dort einziehen, etwa um Ideen zu testen.

Ihre Meinung ist gefragt:Was halten Sie von den Plänen der Einkaufsstraßen-Managerin? Haben Sie selbst eine Idee, wie die Mittweidaer Innenstadt belebt werden könnte? Schreiben Sie uns: "Freie Presse", Lokalredaktion, Rochlitzer Str. 64, 09648 Mittweida oder red.mittweida@freiepresse.de.

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