Wie Sachsenburg von Gasleitung fürs Schloss profitieren könnte

Die kürzest mögliche Trasse entlang der Straße nach Frankenberg war gescheitert. Die Stadt nimmt nun eine neue Variante ins Visier. Die ist zwar teurer, birgt aber langfristig gleich mehrere Vorteile.

Sachsenburg.

Manchmal kommt es vor, dass auch ein Amt schneller ist als erhofft. Das geht nicht nur Steuerpflichtigen mit dem Finanzamt so, sondern im Fall der Energieversorgung von Schloss Sachsenburg auch der Stadt Frankenberg mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr, kurz Lasuv. Als nämlich die Stadt herausgefunden hatte, dass sich das Schloss künftig am besten mithilfe von Erdgas beheizen lässt und dass die günstigste Möglichkeit dafür eine neue Trasse unter der Staatsstraße 202 wäre, war es schon zu spät. Beim Lasuv war die Planung der Straßensanierung zu weit fortgeschritten, als dass sie sich noch mit der Planung einer zusätzlichen Gasleitung in Einklang bringen ließ.

Anders als ein Steuerpflichtiger einem eifrigen Finanzamt kann Frankenbergs Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) aber dem Scheitern der Variante 1 für die Erdgastrasse mittlerweile eine gute Seite abgewinnen. Mit dem Wissen von heute, sagte Firmenich jüngst jedenfalls im Technischen Ausschuss des Stadtrats, sei es "gar nicht so schlecht, wie es gekommen ist". Die Ausschussmitglieder waren um ihre Meinung dazu gebeten, wie es nun mit der Energieversorgung des Schlosses weitergeht. Und sie teilten die Einschätzung des Bürgermeisters einhellig. Die Wahrscheinlichkeit ist nun groß, dass auch der Stadtrat - der final darüber befinden muss - in der kommenden Woche diesen Gedanken folgen kann.

Am Erdgas als wirtschaftlichstem Energieträger, um das alte Gemäuer zu beheizen, hält die Stadt demnach fest. Und auch daran, sich jetzt der Sache anzunehmen. "Es käme schlecht, wenn wir das Schloss jetzt dem unterziehen", so Firmenich mit Blick auf die eben begonnene Sanierung, "und dann die Wärmeversorgung nicht gesichert ist. Das macht überhaupt keinen Sinn."

Die neuen Pläne sehen nun den Anschluss des Schlosses ans Erdgasnetz vom Gewerbegebiet Dittersbach aus vor. Diese Trasse wäre zwar länger als die Variante unter der Staatsstraße und würde damit auch deutlich mehr kosten. Laut Angebot des Netzbetreibers Inetz stiege die Kostenbeteiligung der Stadt damit von 238.000 Euro auf 480.000 Euro. Allerdings liegen Frankenberg nun zusätzliche Förderzusagen vor, so Bürgermeister Firmenich im Ausschuss. Danach unterliegt diese Kostenbeteiligung wiederum einer Förderquote von 80 Prozent. Sprich: Von 480.000 Euro müsste die Stadt nur 96.000 Euro selbst tragen.

Und die neue Trassenführung macht es für Bewohner am Schloss interessant, sich zu vergleichsweise geringeren Kosten ans Netz anzuschließen. Selbst der Anschluss der eigentlichen Ortslage Sachsenburgs ans Erdgasnetz scheint plötzlich denkbar. Wovon wiederum die Stadtkasse profitieren könnte. Denn es sei gut möglich, hieß es im Ausschuss, dass mit der steigenden Anzahl angeschlossener Haushalte die jährlichen Folgekosten sinken.

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