Wieder brennt's nachts in der Gellertstadt

Hainichen kommt nicht zur Ruhe. In der Nacht zum Sonntag brannte ein Gebäude im Gelände des städtischen Bauhofs. Hat der Feuerteufel erneut zugeschlagen? Der Ruf nach mehr Polizeipräsenz wird lauter in der Stadt.

Hainichen.

Die Feuerwehren der Stadt Hainichen und der Ortsteile sind seit zwei Jahren im Dauereinsatz - eine zweistellige Zahl an Brandstiftungen 2015, zahlreiche Feuer in diesem Jahr. Nach dem Brand eines Hasenstalls in der Nacht zum 7. Oktober auf der Mittweidaer Straße gab es in der Nacht zum Sonntag erneut Alarm in der Stadt. Diesmal brannte es im eingezäunten Gelände des städtischen Bauhofs in der Ziegelstraße.

"Nach derzeitigen Erkenntnissen haben unbekannte Täter zunächst einen Holzstapel angezündet. Die Flammen griffen schließlich auf das Dach einer Lagerhalle über, wodurch diese stark beschädigt wurde", erklärte gestern Polizeisprecher Andrzej Rydzik.

"Der Brand wurde im hinteren Bereich des Gebäudes gelegt. Das Feuer ist über die Wand ins Gebäude eingedrungen", sagte Hainichens Stadtwehrleiter Sandro Weiß. Da sich die Flammen im Zwischenboden ausgebreitet hatten, seien die Löscharbeiten schwierig gewesen. Durch das Löschwasser, das die lehmverputzten Decken schwer und instabil machte, habe die Gefahr bestanden, dass Deckenteile herunterfallen, sagte Sandro Weiß. Er selbst kennt das Gelände sehr gut, da er den städtischen Bauhof leitet. Die 41 Einsatzkräfte der Wehren Hainichen, Schlegel, Gersdorf, Cunnersdorf und Bockendorf, die mit acht Fahrzeugen in dieser Nacht im Einsatz waren, hätten das Feuer gut in den Griff bekommen und Schlimmeres verhindern können. Da das Bauhofgelände, das über mehrere Tore verfügt, verschlossen und eingezäunt ist, muss sich der vermeintliche Brandstifter unrechtmäßig Zutritt zu diesem Bereich verschafft haben. Laut Polizei, die noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr am Brandort war, beläuft sich ersten Schätzungen zufolge der Sachschaden auf etwa 20.000 Euro. Es sei niemand verletzt worden. Die Ermittlungen dauern an.

Angesichts der Häufigkeit der Brandstiftungen in Hainichen, wird der Ruf nach mehr Polizeipräsenz lauter. "Die Polizei muss unbedingt aktiver werden und die Ermittlungen intensivieren", forderte gestern Bürgermeister-Stellvertreter Jan Held (SPD). Die Stadt habe schon seit Jahren keine Polizeidienststelle mehr. Vor allem in den Abend- und Nachtstunden, in denen sich die meisten der Brandstiftungen ereigneten, müsse die Polizei präsenter sein. Vor allem auch, um die Bürger, die Angst um ihr Hab und Gut hätten, zu beruhigen. Kay Dramert (SPD), der den Bürgermeister vertritt und in der Nacht zum Sonntag selbst an der Brandstelle im Bauhof-Gelände war, appellierte gestern auch an die Bürger, genauer hinzuschauen, wenn sie etwas Verdächtiges bemerken.

Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD), der zum Zeitpunkt des Brandes verreist war, kündigte gestern weitere Aktivitäten an. Er wolle jetzt nochmals Kontakt mit der Polizei aufnehmen und einen Vertreter in den Stadtrat einladen, der über den Fortgang der Ermittlungen berichten soll. Die Bevölkerung habe ein Recht darauf, zu erfahren, was die Polizei zur Aufklärung der Brandserie tut. Dass sich Bürgerwehren bilden und Selbstjustiz geübt werde, so weit dürfe es nicht kommen.

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