Döner essen in Mittweida: Imbiss längst fertig, aber noch keinen Tag geöffnet

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Seit April hat Kasnazan Fakhri das Lokal neben der ehemaligen Kaufhalle im Neubaugebiet in Mittweida gemietet. Doch nach wie vor ist geschlossen. Anwohner fragen sich: Wann geht es los?

Mittweida.

Sobald Kasnazan Fakhri an seinem Lokal "Miro" im Neubaugebiet in Mittweida zu sehen ist, wird er von Nachbarn angesprochen und gefragt, wann er sein Döner-Pizza-Geschäft aufmachen wird. "Entschuldigung, aber das weiß ich noch nicht", wiederholt der Iraker. Wenn es nach ihm ginge, stünde er schon längst in seinem Lokal hinterm Tresen und würde Pizza, Döner oder Spaghetti verkaufen. Doch bis es so weit ist, braucht der 30-Jährige offenbar noch Geduld.

Seit Mitte April hat er das Lokal an der Lauenhainer Straße 63 gemietet. Umgeben von Wohnblöcken, liegt es neben der ehemaligen Kaufhalle, die schon länger leersteht. Schauen Anwohner durch die Fensterscheiben des Imbisses, sieht alles fertig eingerichtet aus: Vier Tische stehen im Imbissraum, über dem Tresen hängt das Menü, zwei Dönergrills und ein Pizzaofen sind aufgestellt. Die Geräte sind alle neu gekauft, berichtet Kasnazan Fakhri. Geöffnet hatte er bisher aber noch keinen Tag. Denn es fehlt noch der Gewerbeschein. Um den zu erhalten, braucht er noch Unterlagen.

Dort, wo jetzt der Imbiss entsteht, waren vorher ein Bäcker und eine Fleischerei untergebracht. Um in den Räumen einen Imbiss eröffnen zu dürfen, muss ein Antrag auf Nutzungsänderung gestellt werden. Den reichte Kasnazan Fakhri am
17. Juli beim Landratsamt ein, sagt Mattias Meinel. Der Frankenberger hilft dem Iraker bei Behördengängen und Anträgen. Kennengelernt haben sie sich in einer Pizzeria in Frankenberg, in der Kasnazan Fakhri zuvor gearbeitet hat. Jetzt sind sie gute Freunde, und der Frankenberger unterstützt den Iraker auf dessen Weg in die Selbstständigkeit.

Das Landratsamt habe den Antrag zur Prüfung auch an die Imissionsschutzbehörde weitergeleitet, sagt Mattias Meinel. Diese fordere noch Nachweise, dass alle Auflagen zum Imissionsschutz eingehalten werden. Dabei geht es um die Abluft aus dem Gebäude. Diese Nachweise müssten nun noch eingereicht werden. Erst wenn die Nutzungsänderung bewilligt wurde, könne der Iraker einen Gewerbeschein erhalten, der in Deutschland grundlegend für eine Selbstständigkeit ist. Die "Freie Presse" hat beim Landratsamt nachgefragt, wie der aktuelle Stand in der Sache ist. Das gesamte Verfahren laufe noch, heißt es aus der Behörde. Kasnazan Fakhri habe allerdings darum gebeten, dass die ihm gesetzte Frist, bis wann er die Nachweise erbringen muss, erst einmal ausgesetzt wird. Dem habe man zugestimmt.

Er habe viel Geduld, sagt Kasnazan Fakhri. Aber das Warten, ohne Einnahmen zu haben, falle ihm zunehmend schwer. Potenzielle Mitarbeiter müsste er weiter vertrösten.
Die Anwohner lugen derweil weiter durchs Fenster in das Lokal und warten darauf, dass es öffnet.

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