Wo die Stadt Chemnitz jünger wird

Um das Zentrum wohnen immer mehr Menschen

Chemnitz.

Das Zentrum von Chemnitz und die angrenzenden Stadtteile wachsen - dort sind mehr Menschen zu Hause als noch vor wenigen Jahren. Lebte zur Jahrtausendwende noch knapp ein Drittel aller Chemnitzer in der sogenannten Kernstadt - dazu zählen neben dem Zentrum der Sonnenberg, das Lutherviertel, Bernsdorf, Kapellenberg, Kaßberg, Schloßchemnitz und Hilbersdorf -, so waren es Anfang dieses Jahres bereits 38 Prozent. Das entspricht 93.600 der insgesamt gut 247.700 Einwohner.

Der seit zwei Jahrzehnten andauernde Trend zur "Re-Urbanisierung" habe sich damit auch im vergangenen Jahr fortgesetzt, sagt Ulrich Weiser vom FOG-Institut für Markt- und Sozialforschung in Chemnitz. "Die kernstädtischen Stadtteile wuchsen insgesamt erneut stärker als die Gesamtstadt", verdeutlicht er. In Zahlen ausgedrückt: Während die Gesamteinwohnerzahl von Chemnitz 2018 um 300 zunahm, wuchs die Kernstadt um mehr als 600 Einwohner. Spitzenreiter ist seit Jahren das eigentliche Stadtzentrum. Um ein Drittel nahm dort die Bevölkerung innerhalb von zehn Jahren zu. Mit deutlichem Abstand folgen das Lu-therviertel (plus 22 Prozent), Bernsdorf (13 Prozent), der Sonnenberg (zehn Prozent) und der Kaßberg (sechsProzent).

Hauptursache ist nach Analysen des FOG-Instituts der Zuzug ausländischer Bewohner. Ihr Anteil an der Einwohnerschaft in den acht kernstädtischen Stadtteilen stieg von sechs Prozent im Jahr 2007 binnen zehn Jahren auf 13,5 Prozent. Asylbewerber und Flüchtlinge machen dabei nur einen Teil aus. Auch die meisten der insgesamt rund 3000 ausländischen Studenten der TU Chemnitz sowie zugezogene Neu-Chemnitzer aus europäischen Ländern spielen eine Rolle.

Mit dem Zuzug in die Stadtteile verändert sich immer mehr auch die altersmäßige Zusammensetzung deren Einwohnerschaft. Weiser spricht von einer Verjüngung. So sei im urbanen Kern der Stadt der Anteil der Einwohner bis 44 Jahre zwischen 2007 und 2017 von 53 auf 56 Prozent gestiegen. "Anteilig am meisten legte die Gruppe der Kinder und Jugendlichen zu, deren Anteil von 13 auf 15 Prozent stieg", so Ulrich Weiser. Die Stadt Chemnitz reagiert auf die sich wandelnden Verhältnisse unter anderem mit dem Bau neuer Kindergärten und Schulen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...