Wohnungsgenossenschaft Hainichen: In zehn Jahren schuldenfrei

In Hainichen will die Wohnungsgenossenschaft trotz Leerstands weiter investieren. Dieser Kurs wird nun mit einem neuen Vorstand fortgesetzt.

Hainichen.

Die Wohnungsgenossenschaft Hainichen (WGH) hat ab dem 1. Januar einen neuen geschäftsführenden Vorstand. Michael Hofer geht nach neun Jahren in dieser Funktion in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Mario Kempinger, der bisher als Vorstand Technik tätig war und nun für drei Jahre vom Aufsichtsrat bestellt wurde.

"Ich kann die Führung der Genossenschaft guten Gewissens übergeben", sagte Hofer. Auch Kempinger sieht keine Probleme, schließlich war er schon über mehrere Jahre Hofers "rechte Hand". Die WGH verfügt in Hainichen über insgesamt 569 Wohnungen in drei Wohngebieten. Der Jahresabschluss für 2019 hat laut Hofer wie schon in den Vorjahren einen Gewinn gebracht. Dieser werde aber nicht an die Mitglieder ausgeschüttet, sondern komme in die Rücklage, falls es mal einen Fehlbetrag geben sollte.

Zugleich halte man am Plan fest, die Altschulden weiter abzubauen. Zuletzt waren Mitte der 1990er-Jahre große Kredite für Modernisierungen aufgenommen worden. Der Plan ist, in zehn Jahren schuldenfrei zu sein, erklärten Hofer und Kempinger im Einklang. Zudem soll auch im neuen Jahr investiert werden. Vorgesehen ist, ab März den Block Thomas-Müntzer-Siedlung 25/26 mit Balkonen zu versehen.

Hofer ist gebürtiger Cottbuser, zog noch als Schüler mit seinen Eltern nach Hainichen. Der gelernte Baufacharbeiter war als Stellvertreter des früheren Stadtbaudirektors Egbert Liebold im Bauamt der Stadt tätig. 1985 wurde er Leiter der Außenstelle Hainichen des damaligen VEB Gebäudewirtschaft, dem Vorgänger der späteren Hainichener Wohnungs-GmbH. Nach der Wende arbeitete Hofer für die Wohnungsgesellschaften in Frankenberg und Mittweida, wo er seit längerem wohnt. 2011 wurde er Geschäftsführer der Genossenschaft in Hainichen. "Bei meiner letzten Bestellung vor drei Jahren war mein Abschied zum Ende diesen Jahres schon klar", so Hofer, der nun mit 65 Lebens- und mehr als 45 Arbeitsjahren in den Ruhestand geht. Mit ihm an der Spitze der WGH entstand zum Beispiel der Platz der Generationen in der Thomas-Müntzer-Siedlung.

Mario Kempinger arbeitete mit Hofer schon bei der Wohnungsgesellschaft Mittweida zusammen. Der 53-Jährige stammt aus Berlin, wohnt aber schon viele Jahrzehnte in der Region. Er muss sich nun verstärkt dem Wohnungsleerstand widmen. Dieser liegt über 10 Prozent, es gab einen Anstieg. "Problemviertel" ist weiterhin der Ottendorfer Hang, wo sich Wohnungen nur schwer vermieten lassen. Den Rückhalt der Genossenschaftsmitglieder hat der Vorstand. Das zeigten die schriftlichen Rückmeldungen, nachdem die geplante Versammlung der WGH wegen Corona ausfallen musste.

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