Worin sich ein Laser und ein Hammer ähnlich sind

Der Sondermaschinen- bauer Laservorm in Altmittweida hat am Mittwoch sein neues Verwaltungs- und Produktionsgebäude eingeweiht. Das hat viele Folgen, selbst für die Frühstückspause.

Altmittweida.

Mehr Platz für den Lasermaschinenbau, ein zeitgemäßer Sozialbereich und großzügige Beratungs- und Präsentationsflächen für die namhaften, anspruchsvollen Kunden - das sind die Gründe für den zweigeschossigen Neubau, der am Mittwoch im Gewerbegebiet Altmittweida eingeweiht wurde. Angepeilte Kosten der Investition: bis zu 3,4 Millionen Euro.

"Durch den pünktlich zum 25-jährigen Firmenjubiläum fertiggestellten Anbau haben sich unsere Büro- und Produktionsflächen auf 2490 Quadratmeter verdoppelt", sagte Laservorm-Geschäftsführer Thomas Kimme. Derzeit beschäftige das Unternehmen über 50 Mitarbeiter, schreibe aber gerade neue Stellen aus.


Nicht so schnell gewachsen zu sein, bezeichnete Kimme als sein Erfolgsrezept. "Sicher, solide und verlässlich", agiere seine Firma. Das gelte nach außen gegenüber Kunden. Die habe Laservorm im Automobilbereich, in der Medizintechnik sowie im Turbinenbau für Kraftwerke und Flugzeuge. Es beträfe aber auch nach innen die Belegschaft. Die müsse in Folge der größeren Räume nun nicht mehr im Schichtsystem frühstücken und Mittagessen. "Und nun gibt es auch Belegschaftsversammlungen im Sitzen", sagte Hans-Michael Ochlich, der Leiter des Maschinenbaus. Dieser ist neben dem Service und der Laserlohnfertigung eines der Standbeine der Firma. "Ein gesundes Wachstum gehört zu einem gesunden Unternehmen", unterstrich Kimme.

Laservorm ist nach einem Gesellschafterwechsel inzwischen ein Familienunternehmen: Im Oktober 2018 verkaufte der seit Gründung für die Firma engagierte Horst Exner seine Geschäftsanteile. Der Professor ist zugleich Direktor des Laserinstitutes der Hochschule Mittweida. Neuer Gesellschafter ist jetzt die Kimme-Beteiligungsgesellschaft mbH, an der neben Thomas Kimme seine vier Kinder beteiligt sind.

Ihre Kernkompetenzen hat die Firma nach Worten des Geschäftsführers im Schweißen, Härten und Auftragsschweißen. Aber auch bei Aufträge zum Bau von Maschinen für das Schneiden, Gravieren, Entlacken oder Putzen nimmt Laservorm an. "Ähnlich einem Hammer ist auch der Laser ein universell einsetzbares Werkzeug", sagte Kimme. Das kontinuierliche Forschen und Entwickeln im Unternehmen erleichtere es nicht nur, Konjunkturdellen auszubügeln. Auch vor immer neuen Aufgaben zur Entwicklung von Sondermaschinen scheue sich hier niemand. Dies sei gelebte Firmenkultur. "In den 25 Jahren unseres Bestehens gab es nicht ein Projekt, das wir einstampfen mussten", sagte Kimme. Dabei konzentriere er sich auf den europäischen Markt und Einzelaufträge in aller Welt, wenn sie zu Laservorm passten.

Dank der neuen Halle könne die Firma nun immer komplexere Maschinen für immer mehr Technologien entwickeln. Kimme & Co. wollen sich auch in der vernetzten Produktion und im echten räumlichen Bearbeiten von Material behaupten.

Am Rande der Eröffnung gab es eine Antwort auf die Frage, warum noch keine Laserschwerter wie aus dem Star-Wars-Universum gebaut werden. Bei dem Begriff handele es sich um eine falsche Übersetzung. Im englischen Original des Kinofilms sei von "Lightsaber" die Rede, also Lichtsäbel. Rein physikalisch sei Plasmasäbel zutreffend.


Laser zum Eierköpfen

Anfang der 1990er-Jahre hatte der Diplom-Ingenieur Thomas Kimme die Idee, mit Hilfe von Laserstrahlung aus Metallpulver Bauteile herzustellen.

Seit Gründung 1994 arbeitete die Firma eng mit Bildungseinrichtungen wie dem Laserinstitut in Mittweida zusammen.

Vom ersten Standort im Technologiepark Mittweida zog Laservorm 2004 in den Neubau in Altmittweida.

Aufsehen erregte die Firma durch ihr Verfahren zum Schneiden von Eierschalen mit Laser. 2010 meldete sie es zum europäischen Patent an. (dahl)

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...