Hitze und Wind fordern Piloten heraus

Damit am Wochenende Segler und Schlepper am Gahlenzer Himmel kreisen konnten, war Jörg Wonneberger mit seiner Piper J3 im Einsatz.

Ein Liter Benzin füllte er per Handpumpe in den Tank unter dem Pilotensitz.
6 PS Leistung hat die Piper J 3.
Der Pilot in der Piper J 3 ist mehr ein optischer Hingucker. Gesteuert wird die Maschine von Jörg Wonneberger aus Mittweida. Er hat den Modellsport zum Beruf gemacht und war beim Segler- und Schleppertreffen in Gahlenz dabei.

Von Christof Heyden (Text und Fotos)

Seine Piper J3 ist mit 6 PS und einem Hubraum von 80 Kubikzentimetern doppelt so stark wie ein Moped Simson. Regelmäßig brachte der Mittweidaer Jörg Wonneberger am Wochenende seine Piper J3 auf der Graspiste in Gahlenz in Position. "Ich schleppe mit meinem Eigenbaumodell die Segler nach oben", erklärt der Fachmann, der beim Leistungsvergleich der Segel- und Schlepperflieger als Dienstleister fungierte. Entsprechend dem Flugregularium bringt seine Maschine mit vier Metern Flügelspannweite rund 20 Kilogramm auf die Waage. Das Propellergerät hat er selbst gebaut.

Jörg Wonneberger betreibt den Modellbau als Beruf. Während die Kollegen am Himmel kreisten, galt es für ihn beispielsweise, aufzutanken. Ein Liter hochwertiges Benzin füllte er per Handpumpe in den Tank unter dem Pilotensitz.

Währenddessen haderte Peter Goldmann mit seinem ersten Landeanflug. "Ich bin über die Markierungen hinausgeschossen, wollte einen Flugbefehl korrigieren, zudem war ich zu schnell unten, mir fehlen 1:15 Minuten", so der Borstendorfer Hobbypilot. Er beweist, dass nicht nur Schnitzen in der Erzgebirgsgemeinde Trumpf ist. "Ich leite eine kleine Fliegergruppe mit zwölf Mitgliedern. Wir basteln und fliegen seit 14 Jahren."

14 aktive Hobbypiloten aus Mittelsachsen, aber auch aus Dresden, Glauchau und Jena waren der Einladung zum Leistungsvergleich der Segel- und Schlepperflieger gefolgt. Die weiteste Anreise legte ein Coburger Modellbauexperte hin. Aus Jena von den Kernbergen war Ulli Fischer ins Vorland des Erzgebirges gestartet. Der frühere Zeitungsredakteur steuert ein 15-Kilogramm-Seglerexemplar und weiß vor allem eines am Hobby zu schätzen: "Wir sind eine große Familie, das Miteinander für unser Hobby macht Laune. Und da schreckt auch Hitze nicht vor dem Weg nach Gahlenz ab." In Sachen Jugendarbeit ist der gastgebende Verein mit insgesamt 60 Mitgliedern stark engagiert. Zu den Machern in Oederan gehört Daniel Ostmann. Auch er steuerte ein Wettkampfgerät. Mit Handtuch über der Schulter dirigierte er per Funkimpuls seinen Eigenbau. "Der ist auf Funktionalität ausgerichtet, weniger fürs Schaufliegen bestimmt." Denn mit dieser Devise sicherte er sich den Sieg des Seglerschlepp-Treffens.

Der Wettkampf war diesmal besonders von den Wetterbedingungen bestimmt. Während am Samstag die Hitze eine Herausforderung darstellte, beeinflussten Windböen und Nieselregen am Sonntag das Geschehen. Erfordert der Flugmodellsport ohnehin ein waches Auge und Fingerspitzengefühl am Joystick, forderten diesmal besonders die tropischen Temperaturen die Akteure und deren Maschinen. "Angesichts der Hitze haben wir die ausgeschriebenen Wettkampfmodalitäten geändert. Eine Herausforderung ist die Thermik", so Flugleiter Mathias Schulz. Ursprünglich sollten die Leichtgewichte mit einem Schleppflugzeug gen Himmel gezogen werden, wo sie dann auf Kommando des Piloten ausgeklinkt wurden und 30 Minuten kreisen sollten. "Wir verkürzen die Zeit auf zehn Minuten. Es ist schwierig den entsprechenden Auftrieb so lange zu erhalten und permanent in den sonnenüberfluteten Horizont zu schauen", so der Flöhaer weiter. Am Sonntag wiederum machten Windböen und leichter Regen am Morgen den Modellflugbetrieb schwer.

Entsprechend dem Reglement gab es pro geflogene Minute einen Punkt Gutschrift, zudem musste der Flieger die Zeit auch ausnutzen und pünktlich nach zehn Minuten auf dem Boden aufsetzen. Der war wiederum als Zielkorridor eingerichtet worden. Die 25 Mal 25 Meter große Fläche unterteilten die Veranstalter in zehn Zielgebiete, die einen unterschiedlichen Punktewert zwischen 1 und 10 verkörperten. Je nachdem, wo die Modellflieger niedergingen, gab es diese Punkte auf die Zeitgutschrift oben drauf. Insgesamt drei Versuche standen jedem Akteur zu.

Modellflugschau Kommendes Wochenende sind Flieger und Gäste erneut zur Modellflugschau eingeladen. Jeweils ab 10 Uhr halten die Flieger ein Schauprogramm bereit. Auch ein Hubschrauber soll zu sehen sein.

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