Lehrern geht ein Licht auf

Leere Flure, doch herrscht kreatives Treiben in den Klassenzimmern der Oberschule Flöha-Plaue. Erneut nutzen Kunstlehrer die letzte Ferienwoche, um sich auszutauschen und neue Techniken zu lernen, damit der Unterricht spannender wird.

Flöha.

"Ohne Licht kein Leben", stand an der Tafel. "Mir geht ein Licht auf", gleich darüber. "Es werde Licht" war das Motto der diesjährigen Fortbildung für die Kunstlehrer im Einzugsbereich des Landesamtes für Schule und Bildung Chemnitz. Erneut fand der Erfahrungsaustausch in der Oberschule Flöha-Plaue statt. "Wir profitieren von unserer Lage mittendrin", freute sich Hausherrin Katrin Pudwell. Sie lehrt seit 15 Jahren in Flöha und ist seit 2002 Fachberater.

"Zur Kunstfortbildung ist es gekommen, weil wir unseren Schülern einen möglichst interessanten und abwechslungsreichen Unterricht anbieten wollen", sagte Katrin Pudwell. Schon seit einigen Jahren bieten ihre Fachberaterkollegen und sie diese von der Chemnitzer Regionalstelle unterstützte Maßnahme an. "Wir wollen etwas Neues einbringen", erklärte Kunstfachberaterin Anke Liebolt aus dem Erzgebirgskreis. "Mit unserem Angebot möchten wir Lehrer unterstützen und ihnen Angebote unterbreiten, die sie später im Unterricht nutzen können." Die letzte Ferienwoche sei dafür perfekt. Da seien Lehrer noch entspannt. "Darum haben wir in dieser Zeit einen Tag eingerichtet, der ganz der Kunst gewidmet ist."

Zunächst hatte Anke Liebolt das Dutzend Teilnehmer mit auf eine Zeitreise von der Schöpfungsgeschichte über die Klassik bis hin zu modernen Installationen von James Turrell, Chris Burden und Nick Cave genommen. Fazit der Einführung: Ohne Licht geht nichts. Heller geht immer. Und große Kunst ist der Umgang mit dem schönen Schein. Den probten die Kunstlehrer anschließend mit Hilfe verschiedener Techniken und Materialien. Da zauberten Knicklichter in einem Spiegeltrichter wunderbare Farbspiele. Bei den Pop Ups verwandelten sich gemusterte Kartonagen dank Scheren in eine spannende, dreidimensionale Formensprache, die in Vollendung auch das Zeug zur Kunst am Bau hat. Bei Mini-Collagen bekamen eingestaubte Uralt-Schul-Dias ein neues Leben eingehaucht. Und die vielen, nach Farbabklatschen entstandenen, von innen beleuchteten Rollen dürften künftig einige Klassenräume in Mittelsachsen und im Erzgebirgskreis zieren. Ihren hohen Ansprüchen zugunsten der Schüler wollen die Kunstfachberater auch in Zukunft gerecht werden. Dazu gehört ein möglichst originelles Motto der Fortbildung, das immer wieder mit neuen Inhalten gefüllt wird. Daher steht der Titel für die Neuauflage 2019 auch schon fest: "Alles ist vergänglich".


Wenig Aufwand, große Wirkung: Mit diesen Techniken entstehen im Unterricht spielerisch kleine Kunstwerke

Mini-Collagen: Aus alt mach neu - dieses Motto gilt bei den Mini-Collagen. Sie entstehen, wenn alte Dias von ihren Rahmen befreit werden. Anschließend können Schüler die Bilder mit Blättern oder Blüten kombinieren. Kunst lebt von den verwendeten Materialien. Zum Schluss kommt das Bild ins Laminiergerät. Und fertig ist ein Schmuck, der am Fenster im Tageslicht zur Geltung kommt.


Pop Up: Hier machen Ihre Pupillen Augen. Mit Messer oder Schere bekommen Papier und Karton eine dritte Dimension. Das kann ein klassischer Scherenschnitt aus einem reinweißen Blatt sein. Schüler können aber auch geometrische Figuren aus gemustertem Karton schneiden, um so im Licht reizvolle Schattenwürfe zu erzeugen. Wer mag, kommt derart auch zu einem Buch zum Aufklappen.


Décalcomanie: Entwickelt wurde die Technik des Farbabzuges um 1750 in England. Max Ernst hat das Abklatschen später verfeinert. Schüler nutzen dafür Kopierfolien, tragen Farbe auf, drehen und wischen und ziehen das Motiv ab. Später können sie auch noch in das Bild hineinzeichnen. Wer seine Kunst zur von innen beleuchteten Röhre rollen und diese festkleben will, braucht einen Helfer.

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