Die Flut kommt von den Feldern

Bei Starkregen ist das Grundstück einer Altgeringswalder Familie regelmäßig überschwemmt. Auch Schlamm fließt von den naheliegenden Äckern. Jetzt kam überraschend Hilfe.

Altgeringswalde.

Bei Marie-Luise und Uwe Lübke ist die Schmerzgrenze erreicht: Ihr Grundstück in Altgeringswalde an der Straße Zur Fröhne wird bei starken Niederschlägen regelmäßig geflutet. Dann ergießen sich Wasser und Schlamm bis in die Garage. Zuletzt am 3. Juni. Damals war auch Lübkes Zufahrt zum Grundstück betroffen.

Schuld ist ein defekter Straßeneinlauf. Die Formsteine aus Beton sind bröselig, das Rohr der Straßenentwässerung ist zerbrochen. Rasengittersteine, die den Hang zur Fahrbahn sichern sollen, wurden unterspült. "Dahinter ist es hohl", konstatiert Uwe Lübke. Nicht mehr lange, dann könnte dieser Abschnitt der Kreisstraße 200 nachgeben und an der Kante abbrechen.

Marie-Luise und Uwe Lübke sind sich sicher: "Das Unheil begann 2006, als ein Laster durch Schneeglätte aufs Bankett der Straße gerutscht war." Da hätten sich schon erste Veränderungen an der Grabenflanke bemerkbar gemacht. Das Ergebnis: eine an der Stelle aufgestellte Warnbake. Inzwischen stehen dort fünf. Seit zwei Jahren bemüht sich die Familie vergebens um eine Reparatur. Besonders problematische Stellen am Übergang der Straße zum Graben sicherte Uwe Lübke mit Sandsäcken. Jedes Mal beobachtet er mit Sorge den Himmel, wenn ein Unwetter gemeldet ist. Dabei war vor etwa zwei Jahren schon einmal eine Gruppe von Vertretern des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), der unteren Wasserbehörde, der Straßenmeisterei und der Kommune vorm Grundstück aufgetaucht. "Uns hatte man nicht informiert, wir kamen eher zufällig dazu", erklärt Marie-Luise Lübke. "Bei diesem Vororttermin wurde festgestellt, dass die Regenrinne massiv ausgebaut werden müsste, um weitere Unterspülungen zu verhindern", ergänzt Uwe Lübke. Eine Reparatur sei angekündigt worden, gehört habe er seither nichts wieder.

Indes bestehen jetzt Aussichten auf Besserung. "Um weitere Schäden an der anliegenden Grundstückszufahrt zu vermeiden, ist geplant, dass die Straßenmeisterei Rochlitz die Betonmuldenrinne durch Granitpflaster ersetzt und den Bordanschlag etwa zwei Meter stromabwärts verlängert, sodass Oberflächenwasser in einem geregelten Abstand zur Zufahrt abgeleitet werden kann", teilte Lasuv-Sprecherin Rosalie Stephan auf Nachfrage der "Freien Presse" mit.

Laut Rosalie Stephan liege das Grundübel allerdings in der topografischen Lage von Kreisstraße und Grundstück. Bei Starkregen würden erhebliche Wassermassen von Feldern fließen, die von der Höhe der Bundesstraße 175 in Richtung Altgeringswalde allmählich aber stetig abfielen. "Die Straßenentwässerung ist dafür nicht ausgelegt und kann solche Mengen nicht aufnehmen", erklärte die Behördenmitarbeiterin. Zudem sei der offene Grabenabschnitt entlang des Grundstücks Zur Fröhne 52 als Gewässer eingestuft. Zuständig dafür sei die Stadt Geringswalde. Im Geringswalder Bauamt ist das Problem an Lübkes Flutgrundstück bekannt. Der besagte Grabenabschnitt sei vom Bauhof bereits mehrfach von wucherndem Gras befreit und das Bachbett beräumt worden.

Marie-Luise und Uwe Lübke hatten nun alle Hoffnung in die Rochlitzer Straßenmeisterei gesetzt. Und für das Altgeringswalder Paar völlig überraschend rückten deren Mitarbeiter tatsächlich am Montagfrüh am Grundstück an, um den defekten Straßeneinlauf in Ordnung zu bringen.

"Außerdem hat sich ein Geringswalder Bauunternehmer im Auftrag der Stadt den Zustand des Grabens angesehen", berichtet Uwe Lübke. Auch am Graben soll nun etwas passieren. Vermutlich hätten seine Sandsäcke zur Notsicherung nun tatsächlich ausgedient.

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