Flensburger entdeckt Mittelsachsen - im Oldtimer

Zum siebten Mal nimmt Roy Freiherr von Koenig an der Historic Rallye Erzgebirge teil. Gestern führte die Tour durch die Region.

Mühlau/Rochlitz.

"Wenn ich mich verabschiede, reserviere ich immer schon fürs kommende Jahr, inklusive meiner Startnummer, der 32, die ich von Anfang an habe", sagt Roy Freiherr von Koenig über die Historic Rallye Erzgebirge. 64 Oldtimer rollten gestern von Chemnitz über Hainichen Kriebstein, Rochlitz und die Peniger Region sowie an Mühlau und Hartmannsdorf vorbei wieder zurück nach Chemnitz. Heute geht es auf eine weitere Runde durch das Erzgebirge.

Von Koenig kommt aus Flensburg und ist zum siebten Mal dabei - diesmal mit einem VW K 70, Baujahr 1973. "Sonst bin ich meist mit meiner Corvette Stingray, Baujahr 1964, unterwegs. Doch ich wechsele auch gern mal", sagt der 70-Jährige. Er war bis vor fünf Jahren Oldtimer-Händler. Damit hat der gelernte Forstingenieur seine Leidenschaft zum Beruf gemacht.

Aufgewachsen auf dem Land, hat von König schon früh Bekanntschaft mit Fahrzeugen gemacht. "Es war damals normal, dass Kinder zum Beispiel mit kleinen Traktoren fuhren", erzählt der Vater eines ebenfalls von Oldtimern begeisterten 13-jährigen Sohnes. Doch nicht nur auf Landmaschinen war von Koenig schon früh unterwegs: Im Alter von neun Jahren saß er hinter dem Steuer eines Opel Caravan. "Wir Kinder haben in der Landwirtschaft mitgeholfen. Meine Aufgabe war es, vor der Schule die vollen Milchkannen in den Ort zu bringen und sie nach der Schule leer wieder mitzunehmen. Das Tragen war mir zu mühselig, also habe ich das Auto genommen und bin im ersten Gang die Strecke gefahren", erzählt er. Nach dem Abgeben der Kannen habe er das Auto etwas entfernt von der Schule abgestellt und sei mit ihm dann wieder heimgefahren. Daran habe sich auch nichts geändert, als ihn einmal der Dorfpolizist beim Kannentransport erwischte. "Lustigerweise saß er auf einem Fahrrad. Außer einem erhobenen Zeigefinger hatte das Ganze für mich keine Folgen. Er hat da wohl seinen Ermessensspielraum ganz großzügig ausgeschöpft", berichtet der Flensburger. Mit 16 habe er sich seinen ersten Oldtimer gekauft, heute besitze er fünf. Während er früher auch Schrauber war, das heißt, die Wagen selbst aufbaute, genieße er nun mehr das Fahren, nehme an Rallyes und Orientierungsfahrten teil und erledige nur hin und wieder kleine Reparaturen.

Von der Historic Rallye Erzgebirge ist er begeistert. "Das ist von den Organisatoren mit so viel Engagement und Heimatliebe gestaltet, dass es riesigen Spaß macht. Zudem kennt man sich mittlerweile untereinander und kann tolle Autos sehen", sagt er. Jede Rallye stehe unter einem Motto. "Wir haben schon in einem ehemaligen Bergwerk unter Tage Kaffee getrunken, sind mit der Schmalspurbahn gefahren und waren auf dem Fichtelberg", erzählt er. "Es ist alles sehr auf das Erleben der Region ausgerichtet." Selbst in der hessischen Rhön aufgewachsen, mag er die Vielfalt der Landschaft, die Hügel und Wälder des Erzgebirges. Nun hat er sich wie jedes Jahr wieder auf die zehnstündige Reise hierher begeben. Dass er die 700 Kilometer von Flensburg bis zum Startpunkt in Chemnitz mit seinem VW K 70 zurückgelegt hat, versteht sich von selbst.

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