Warum in der Schule bald Violinen erklingen

38 Kinder lernen an der Rochlitzer Grundschule ab August, auf Streichinstrumenten zu spielen. Bei dem Unterricht kooperieren die Rochlitzer mit der Musikschule Mittelsachsen. Solche speziellen Instrumentalklassen sind in der Region selten.

Rochlitz.

28 Geigen und 10 Cellos erklingen ab dem neuen Schuljahr einmal pro Woche in der Rochlitzer Regenbogen-Grundschule. Dann lernen 38 Kinder, wie sie das Instrument halten, mit dem Bogen über die Saiten streichen und erste Musikstücke spielen. Denn ab August lernt mehr als die Hälfte der neuen Erstklässler an der Rochlitzer Schule das Musizieren auf einem Streichinstrument. Zusammen mit der Musikschule Mittelsachsen etablieren die Pädagogen erstmals intensiven Instrumentenunterricht. Dafür werden drei Streicherklassen gebildet.

"Die Idee, eine Streicherklasse an unserer Schule aufzubauen, hatte eine Musiklehrerin", sagt Schulleiterin Petra Döppling. Die Kinder, die meisten Mädchen, aber auch einige Jungen, werden im ersten und zweiten Schuljahr jeweils einmal pro Woche zwei Stunden Unterricht in ihrem Instrument, Geige oder Cello, haben. Den geben zwei Musiklehrer der Musikschule und zwei Musiklehrer der Grundschule. Die Kosten für das Honorar für die externen Musiklehrer tragen Musikschule und Grundschule gemeinsam.


Den regulären Musikunterricht, den der Lehrplan vorschreibt, ersetzt das nicht. Auch der übrige Stunden- und Unterrichtsumfang wird nicht gekürzt. "Der Unterricht im Streichinstrument ist extra. Wir werden ihn in die vierte und fünfte Stunde legen", sagt Petra Döppling.

Ursprünglich sei vorgesehen gewesen, nur eine Streicherklasse zu bilden. Aber weil das Interesse so groß war, habe man entschieden, alle drei neuen ersten Klassen zu Streicherklassen zu machen. Bei der Anmeldung für die Einschulung im Herbst sind die Eltern gefragt worden. Mehr als die Hälfte der 70 neuen Erstklässler wurde angemeldet. "Daher teilen wir die 38 Streicherkinder auf alle Klassen auf. Dadurch können die Gruppen aus den Kindergärten zusammenbleiben. Während die Streicherkinder Unterricht in ihrem Instrument haben, bekommen die anderen Förderunterricht", so Döppling.

Damit ihre Kinder am Instrumentenunterricht teilnehmen können, mussten die Eltern einen Vertrag mit der Musikschule Mittelsachsen schließen. Darin ist auch geregelt, dass pro Monat 15 Euro Leihgebühr für die Instrumente gezahlt werden müssen. "Die Instrumente stellt die Musikschule zur Verfügung. Sie werden in der Schule gelagert", erklärt die Schulleiterin.

Die Musikschule Mittelsachsen arbeitet laut Elisabeth Pflüger, stellvertretende Chefin der Einrichtung, mit mehreren Schulen im Landkreis zusammen, unter anderem mit den Einrichtungen in Claußnitz, Penig, Niederlichtenau und Flöha. "Eine Instrumentalklasse gibt es dort aber nicht", so Pflüger. Mit den Rochlitzern arbeite man seit einem reichlichen Jahr eng zusammen. "Wir bieten in der Grundschule eine Musikalische Grundausbildung und seit März Gitarrenunterricht an", sagt Elisabeth Pflüger.

Generell ist spezieller Unterricht in einem Instrument an Schulen der Region eher die Ausnahme. Eine Streicherklasse für Grundschulkinder gibt es beispielsweise noch an der Freien Grundschule Clara Schumann in Leipzig und an der Kreativgrundschule in Dresden. Am Chemnitzer Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium gibt es seit dem Schuljahr 2007/2008 eine Streicherklasse. Und in Frankenberg sind sowohl an der Erich-Vieweg-Oberschule als auch am Luthergymnasium seit einigen Jahren Bläserklassen angesiedelt.

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