Zahlreiche Spenden für Brandopfer

Nach Brand-Erbisdorfer Feuer folgt das Sortieren

Brand-Erbisdorf.

Noch immer sind Helfer dabei, die zahlreichen Sachspenden zu sortieren, die nach dem Brand am 10. Februar in Brand-Erbisdorf für die Betroffenen abgegeben worden sind. Heike Lorenz vom Kinder- und Jugendfreizeitzentrum (Jufz) koordiniert das Sortieren: "Wir sind noch nicht fertig. Es wurde viel mehr abgegeben, als die Bedürftigen brauchen können. Sogar aus Leipzig, Chemnitz und Aue kamen Spenden." Viele Freiwillige sind ins Jufz gekommen, um Kisten, Beutel und Säcke durchzuschauen, Kleidung nach Größe und Geschlecht zu sortieren, Elektro- und Haushaltsgeräte auf Funktionstüchtigkeit zu prüfen. Der Großteil der Spenden sei brauchbar, so Lorenz. Die 21 Personen, die bei dem Brand zweier Mehrfamilienhäuser an der B 101 vergangene Woche nahezu ihr ganzes Hab und Gut verloren haben, haben sich am Donnerstag Kleidung, Bettwäsche und Handtücher ausgesucht. "Weil wir so viele Sachen bekommen haben, haben wir auch anderen Bedürftigen bescheidgegeben. Das habe ich den Spendern auch so gesagt. Auch für das Obdachlosenheim und die Kleiderkammer haben wir Pakete gepackt. Ein Teil davon geht mit dem Hilfstransport nach Rumänien", so Jufz-Leiterin Lorenz.

Nicht nur mit Sach-, auch mit Geldspenden haben Helfer nicht gezögert: Auf dem Spendenkonto der Stadt sind mittlerweile 35.000 Euro eingegangen. Mehr als 400 Spendenvorgänge seien zu verzeichnen, sagte Oberbürgermeister Martin Antonow (parteilos). Innerhalb der ersten drei Tage nach dem Brand habe jede vom Brand betroffene Person bereits 600 Euro Soforthilfe erhalten. Zudem hat der Landkreis Mittelsachsen Gutscheine für Wohnungseinrichtung (800 Euro für Erstperson, 200 Euro für jedes weitere direkt betroffene Familienmitglied) sowie Kleidung und Schuhe (250 Euro je Person) als einmalige, nichtrückzahlbare Hilfe ausgestellt. Die Suche nach Wohnraum dauert an: Neun der 21 Personen haben noch keine Wohnung, in der sie bleiben können. Eine sechsköpfige Familie ist weggezogen, eine fünfköpfige hat eine Wohnung in der Stadt gefunden, ein Mann eine der Wohnungsgenossenschaft bezogen. Die anderen Betroffenen nehmen Besichtigungstermine wahr.

Was kann man noch tun, um zu helfen? "Ich denke, eine Geldspende ist am sinnvollsten", sagt Lorenz. "Und Gardinen und Gardinenstangen können wir brauchen". Die beiden Häuser werden abgerissen. (cor)


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