Zum Spielen und Entdecken: Die Zschopauaue

Die vielen Veränderungen in der Stadt Frankenberg aufgrund der Gartenparty bringen nicht nur den Einwohnern, sondern auch Wirtschaft und Gewerbe großen Nutzen. Zudem soll das geplante Erlebnismuseum "Zeit-Werk-Stadt" den Tourismus ankurbeln.

Frankenberg.

Mit 410.000 Gästen hat die achte sächsische Landesgartenschau die Erwartungen deutlich übertroffen. Kalkuliert hatte man mit 340.000 Besuchern. Das Gartenfestival leistete einen Beitrag zur Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft und für eine nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung in und um Frankenberg. "Der Einzelhandel und auch unsere Gastronomen konnten in den vergangenen sechs Monaten ein deutliches Umsatzplus verzeichnen", berichtet Bürgermeister Thomas Firmenich.

Dort, wo vor einigen Wochen noch Bands wie Karat und Monate zuvor Artisten wie die Geschwister Weisheit aufgetreten sind, erinnert fast nichts mehr an das Großereignis. Die geschwungene, weiße Bühnenüberdachung und auch die Bühne in der Zschopauaue wurden bereits zurückgebaut, ebenso die Kassenhäuschen und die Toilettencontainer. Was bleibt, sind die Medienanschlüsse in Bühnennähe, sodass die technischen Voraussetzungen auch für künftige Großveranstaltungen vorhanden sind.

Die Buswendeschleife vor der Blumenhalle sowie die pflegeintensive Gartenanlagen kommen weg. Viele neue Anlagen werden den Bewohnern und Besuchern der Stadt jedoch weiter zur Verfügung stehen. Dazu gehören in der Zschopauaue die Plätze für Streetball und Beachvolleyball, der Physikalische Spielplatz, der Sparkassen-Kletterpark (ein Niedrigseilklettergarten) sowie die Envia-M-Kraftstrecke.

Auch weite Teile der Gartenanlagen um das künftige Gelände des Erlebnismuseums "Zeit-Werk-Stadt" bleiben erhalten. Dazu gehören vor allem die weniger pflegeintensiven Anpflanzungen wie der Garten der Giganten mit den Großstaudengewächsen, der Rhododendren-Garten sowie der Naturgarten. Zusätzlich bleiben auch der Pharmazeutische Garten, der Heide- und Liliengarten erhalten.

Einen markanten Bau hat Frankenberg zudem mit der neuen, 262 Meter langen und 2,50 Meter breiten Schrägseilbrücke über die B 169 erhalten. Die Rad- und Gehwegbrücke verbindet den neu entstandenen Naturerlebnisraum Zschopauaue mit seinen vielfältigen Sport-, Spiel- und Freizeitmöglichkeiten sowie das ebenfalls neue Teilstück des Zschopautal-Radweges mit der historischen Altstadt. Durch die neu geschaffene Verbindung soll die Innenstadt belebt werden. Ein weiterer Effekt: Radfahrern und Fußgängern wird nun ein viel sichereres Überqueren der Bundesstraße ermöglicht.

Die Blumenhalle der Landesgartenschau wird nun vom Herbst bis Frühjahr 2020 zum Erlebnismuseum für Stadt- und Industriegeschichte umgebaut. Das Konzept sieht vor, dass Frankenberger Persönlichkeiten aus verschiedenen Epochen die Besucher begrüßen und sie mitnehmen auf eine interaktive Zeitreise durch die Stadt. Inhaltliche Schwerpunkte bilden dabei die Geschichte der Fahrzeugindustrie mit Barkas sowie der Druckereien, Teppichweber und Zigarrenhersteller.

Eine technische Raffinesse ist der Time Cube (Zeitwürfel) mit aufwendigen Rundum-Projektionen. Die Eröffnung des Museums ist für April 2020 geplant.

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