Zwei "Berg"-Dörfer feiern ein Fusions-Jubiläum

Grünberg und Lichtenberg besiegelten vor 175 Jahren ihren Zusammenschluss. Der erste Neujahrs- empfang in der Gemeinde Kriebstein ist nur der Auftakt für das Festjahr.

Grünlichtenberg.

Es mangelt nicht an Kuriositäten in der Ortsgeschichte von Grünlichtenberg. Man muss sie nur ausgraben. Für solch tiefgründige Recherchen in der Historie ist Michael Kreskowsky bekannt und hat für seinen Heimatort, der in diesem Jahr das 175-jährige Bestehen feiert, einige Alleinstellungsmerkmale gefunden. Mit denen will er die Gäste des ersten Neujahresempfangs in der Gemeinde vertraut machen, der am Samstagabend in der Grünlichtenberger Kirche stattfindet.

Mit der Premiere wird zugleich das Festjahr anlässlich 175 Jahre Grünlichtenberg eröffnet. In einer Ausstellung in der Kirche will Kreskowsky an Meilensteine der Ortsgeschichte erinnern. So ist es nach seiner Einschätzung in Sachsen einmalig, dass mit der Zusammenlegung der beiden Dörfer ein neuer Ortsname aus den Wortstämmen von Grünberg und Lichtenberg gebildet wurde, während andernorts wie zum Beispiel in Brand-Erbisdorf die Fusion durch Bindestriche dokumentiert wurde. Offiziell gegründet wurde Grünlichtenberg am 1. Januar 1845. Doch schon lange zuvor sei der Name von Einheimischen verwendet worden, wie unter anderem ein Stempel aus dem Jahr 1761 beweise, den der Gästeführer, Hobbyhistoriker und Kirchenvorstand gefunden hat. "Das spricht auch dafür, dass hier die Zusammenlegung im Gegensatz zu späteren Eingemeindungen nicht nur von oben aus Verwaltungszwängen erfolgte, sondern auch von unten gewachsen ist", interpretiert Kreskowsky die Ergebnisse seiner Forschungen. Dabei verlief vor der Zusammenlegung durch den Ort noch die Grenze der Amtsbezirke Rochlitz und Nossen. Und die Fusion war längst nicht das Ende der für Grünlichtenberg bestimmenden Reformen. So wurde der Ort, noch bis 1952 zum Kreis Döbeln zugehörig, danach dem Kreis Hainichen zugeordnet. "Daher kommt es, dass wir noch die Telefonvorwahl von Waldheim, aber die Postleitzahl von Hainichen beziehungsweise später von Mittweida haben", sagt er. Kuriositäten wie diese gebe es nicht oft in Sachsen.

Seltenheitswert habe der 1999 eingemeindete Ortsteil bis heute auch, weil es hier noch Grundschule, Kita, Feuerwehr und Kirche in einem Ort gibt. "Hier wird das Miteinander unter den Menschen gelebt", sagt Kreskowsky. Und das soll auch zum Neujahrsempfang den Gästen gezeigt werden. Unter anderem mit dem ersten gemeinsamen Auftritt von knapp zehn der insgesamt etwa 650 Einwohner, die ein Instrument spielen. Auch bei den weiteren Jubiläumshöhepunkten in diesem Jahr, wie dem Fest-Wochenende zu Pfingsten, engagieren sich viele Bewohner. So seien 100 von ihnen an der Vorbereitung des Festumzugs beteiligt.

Der Neujahrsempfang ist offen für alle Gäste, Eintritt frei. Er beginnt am Samstag, 18.45 Uhr in der St.-Nikolai-Kirche Grünlichtenberg, Mittlere Dorfstraße 16.


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.