Zwei Brücken in Frankenberg droht die Sperrung

Bauwerke im Lützeltal und in Sachsenburg sind in einem schlechten Zustand. Doch für einen Neubau ist derzeit noch kein Geld eingeplant.

Frankenberg.

Zwei Brücken in der Stadt Frankenberg sind in einem so schlechtem Zustand, dasssie wahrscheinlich neu gebaut werden müssen. Es handelt sich um die Fußgängerbrücke in Verlängerung der Amalienstraße im Lützeltal und die Brücke über den Flutgraben der Wasserkraftanlage Sachsenburg. Bisher ist unklar, wann sie gebaut werden können. Beiden Überwegen droht womöglich eine Sperrung.

Herausgekommen war der schlechte Zustand bei einer Hauptprüfung, die eigentlich alle sechs Jahre erfolgen muss. "Seit 2010 haben wir das aber nicht mehr verfolgt", erklärte Bauamtsleiter Michael Thiel zur jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses des Frankenberger Stadtrates. Den Grund kenne er nicht, erklärte er auf Nachfrage von "Freie Presse". Ende 2017 sei nun ein Hainichener Ingenieurbüro mit der Prüfung von 18 Brücken beauftragt worden. In der ersten Hälfte dieses Jahres untersuchten die Experten die Bauwerke.

Aus dem Zustandsbericht des Ingenieurbüros geht hervor, dass die beiden schlechtesten Brücken die Note "nicht ausreichender Zustand" erhalten haben. Das bedeutet, die Stand- und Verkehrssicherheit ist beeinträchtigt. Kurz gesagt: Ewig werden sie nicht mehr halten. Aufgrund des Alters der Brücken sei die Instandsetzung nicht mehr wirtschaftlich. Das Ingenieurbüro empfiehlt deshalb einen Neubau, bei dem auch alle aktuellen Anforderungen zur Tragfähigkeit und Verkehrssicherheit berücksichtigt werden sollten. Die geschätzten Baukosten für die Brücke im Lützeltal liegen bei 225.000 Euro, für die Brücke in Sachsenburg bei 185.000 Euro.

Laut Bauamtsleiter Thiel soll der Zustand der Bauwerke nun regelmäßig kontrolliert werden. Noch könnten sie genutzt werden, seien nicht einsturzgefährdet. "Stellen wir innerhalb der Sichtkontrollen fest, dass sich der Zustand weiter verschlechtert, müssen wir über eine Sperrung nachdenken", so der Bauamtsleiter. Die Brücke im Lützeltal würde vor allem von Kindereinrichtungen, Schulen, Hort, aber auch von Wanderern genutzt. Diese hätten eine Ausweichmöglichkeit in Richtung Badstraße am ehemaligen Penny entlang ins Lützeltal. "Das Bauwerk in Sachsenburg haben wir bereits eingeschränkt", so Thiel. Dort wurden auf die Kappen Brunnenringe als Absperrung montiert, sodass nur noch in der Mitte gefahren werden kann. "Der Zustand ist noch nicht kritisch, aber der Beton ist abgeplatzt und die Bewehrung (eine Verstärkung von Betonbauteilen) liegt teilweise frei", berichtet der Bauamtsleiter. "Sie ist Zufahrt zum Sportplatz und für Anlieger, dort befinden sich Garagen", erklärt er weiter. Bei einer eventuellen Sperrung gebe es für Fußgänger die Möglichkeit über die Brücke in Richtung Mahnmal auszuweichen, so, wie man auch ins Freibad kommt. Autofahrer müssten dann allerdings ihre Fahrzeuge vor der Brücke an der Fischerschänke parken.

Ein Neubau ist für beide Bauwerke derzeit nicht in Sicht. Laut Thiel seien Investitionsmittel für die Brücke im Lützeltal erst ab 2021 und für die in Sachsenburg ab 2023 geplant. "Eventuell müssen wir darüber nachdenken, die beiden Maßnahmen vorzuziehen", sagt Thiel. Über den Haushaltsplan für 2019 beraten die Stadträte aber erst zur nächsten Sitzung am kommenden Dienstag.

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