Zweite Coronawelle bringt Mittweidaer Krankenhaus an seine Grenzen

Das "Wegsterben" zu sehen, ist die Strapaze der Schwestern. Ministerpräsident Michael Kretschmer macht sich im Klinikum Mittweida ein Bild von der Coronalage, denn manches ist auf dem Papier nicht zu erkennen.

Mit wenigen Klicks weiterlesen

Premium


  • 1 Monat kostenlos
  • Testmonat endet automatisch
  • E-Paper schon am Vorabend
  • Unbegrenzt Artikel lesen
    (inkl. FP+)

Sie sind bereits registriert? 

88 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    1
    Lola
    19.01.2021

    @Klapa,
    ich gebe ihnen vollkommen Recht.
    Ja es ist auch davon zugehen, dass es weniger ITS-Betten gibt. So manches Bett samt Geräte wurde ja, "nur" geleast.

    Auch für solche Betten gab's die Anschaffungspauschale von 50 000€.

    Aber hätten die ganzen neuen ITS-Betten auch trotz Pflegenotstand, Ausfall in Folge Quarantäne,... sicher mit gutem Gewissen betrieben werden können?

    Es wird auch Kliniken geben, die zu Recht einen Ausgleich von Staat brauchen und bekommen . Aber es gibt auch Kliniken die... Das abweisen von echten Notfällen kann und wird dem Staat auch noch teurer werden.

  • 2
    0
    KTreppil
    18.01.2021

    @Lola, wenn dies wirklich zumindest teilweise Realität in den Kliniken ist, gehört auch dies veröffentlicht. Nicht nur Bilder der ganz sicher überlasteten Notaufnahmen und ITS der Krankenhäuser. Hat unser MP davon eventuell etwas mitbekommen? Hier sollte die Freie Presse bitte näher recherchieren. Danke.

  • 1
    4
    Lola
    17.01.2021

    @KTreppil,
    naja, den Kliniken fehlen die OP's und Untersuchungen.
    Denn "nur" ca. 40 Patienten bringend einer Klinik nicht.

    Aber die Klinikleitung haben die Schließung von OP's veranlasst. Weil, sie seit mitte Dez. 2020 (lt. Beschluss) auf Ausgleichszahlung und Kurzarbeitergeld hoffen.

    Folge ist Chefärzte müssen sogar echte wirbelsäulenchirurgische Notfälle abweisen. Ich habe leider die persönliche Erfahrung machen dürfen.

    So, mancher Chirurg würde Anfang Dezember ein "einen Urlaub, schöne Weihnachten und guten Rutsch gewünscht".

    Wobei die auf der ITS, Coronastation und Notaufnahme die sind, die auf dem Zahnfleisch laufen.

  • 9
    3
    KTreppil
    17.01.2021

    Vor Corona gab es Diskussionen und Entwicklungen dahingehend, dass es irgendwann mal nur noch größere und große Kliniken, wie DD, Chemnitz geben soll. Ich kann mich sogar an einen TV Bericht über Verhältnisse in skandinavischen Ländern erinnern, wo eine Krebspatientin mehrmals in eine 60 km entfernte Klinik zur Behandlung musste und das als zukünftige Normalität suggeriert wurde. Eine Klinik wurde als Firma betrachtet, die Gewinn einfahren muss. Kleine Kliniken könnten das nicht. Inwieweit das nun teilweise umgesetzt wurde und zu diesen Zuständen mit beiträgt, weiß ich leider nicht. Die Schließung des KH Schneeberg wurde jedenfalls leider trotz Corona abgeschlossen. Dass auch jetzt Kliniken trotz Corona Ansturm Einnahmeausfälle beklagen, zeigt, dass im GW etwas gewaltig falsch läuft. Das sollte der MP in seine Betrachtungen ebenfalls einbeziehen und die richtigen Schlüsse ziehen. Wobei das noch weiter oben nötig wäre.

  • 17
    5
    Deluxe
    16.01.2021

    Warum wurde das Rochlitzer Krankenhaus vor wenigen Jahren geschlossen???
    Weil die landkreiseigene Betreibergesellschaft, eine gGmbH, trotz allen Gemeinnutzes nur kurzfristige Gewinne im Auge hatte, statt der Daseinsvorsorge.

    Dessen Patienten müssen jetzt mit in Mittweida behandelt werden. Und das ist nur das nächstliegende Beispiel.

  • 16
    13
    mops0106
    16.01.2021

    Krankenhausschließungen:

    https://www.jungewelt.de/artikel/392773.gesundheitswesen-kahlschlag-trotz-corona.html

    12 Krankenhäuser in Deutschland wurden geschlossen seit März 2020. Für 19 weitere gibt es einen Schließungsbeschluss. Das Kliniksterben wird von der Bundesregierung angetrieben und mit bis zu 750 Mill. EUR "gefördert". Laut Bertelsmann 2019 "reichen" 600 Häuser. Laut LEOPOLDINA!!! 2016 wären 330 "Superkliniken" ausreichend.

    Zu Sachsen habe ich leider nichts konkretes gefunden bis jetzt; weiß allerdings, dass Anfang 2020 das KH in Schneeberg geschlossen wurde.
    Aber die Zukunft sieht auch hier noch düsterer aus, wenn ich den Artikel in der Ärztezeitung lese:

    https://www.aerztezeitung.de/Politik/Kretschmer-geht-von-Bettenabbau-in-Kliniken-aus-410388.html

  • 21
    9
    klapa
    16.01.2021

    Und zu den Ursachen gehört möglicherweise auch die Tatsache, dass in Deutschland die Anzahl der Intensivbetten seit Anfang August 2020, also im Coronajahr, um mehr als 4.100 Betten und die Notfallreserve um mehr als 1.200 Betten abgenommen hat. - A. Hunko MdB

    Treffen diese Reduzierungen vielleicht auch auf Sachsen zu?

  • 30
    11
    censor
    16.01.2021

    Alle Viren sind fies. Sie verbreiten sich immer unbemerkt, weil man die kleinen Genbruchstücke nun mal leider nicht sieht. Und sie sind auch nicht allen Menschen gleich gefährlich. Dass vorwiegend ältere, vorerkrankte Menschen schwere Verläufe zT mit Todesfolge erleiden, gehört leider auch schon immer zum Erscheinungsbild von ARE-Virusinfektionen.

    Da hilft es aber nichts, wenn man über Monate/Jahre hinweg Null Aktivität entwickelt, um Pflegeheime, die nachgewiesenen Hotspots nahezu aller Infektionen, personell aufzurüsten, um die Lebensbedingungen zu verbessern, u den Bewohnern wenigstens ein bisschen Lebensfreude/Abwechslung zu bieten.

    Oder besondere Einkaufszeiten für Ältere/Risikopatienten. Taxigutscheine, um Teilnahme am ÖPNV zu vermeiden - nichts von alledem ist geschehen.

    Was nützt es dann, wenn der MP mit betroffener Miene durch die Glasscheiben der ITS-Stationen schaut? Es gibt Ursachen, und es gibt Folgen. Und beides wird am falschen Ende vermutet.