Zwölf Corona-Ermittlerteams im Gesundheitsamt

Die Behörde hat in der Pandemiezeit ihre Mitarbeiterzahl mehr als verdreifacht. Seit Wochen ist das Amt an der Kapazitätsgrenze.

Freiberg.

69 Mitarbeiter - mehr als dreimal so viele wie normal - waren in der Coronazeit im März und April für das Gesundheitsamt in Mittelsachsen im Einsatz. "Auch unser Gesundheitsamt ist seit Wochen an der Kapazitätsgrenze", räumt Landratsamtssprecher André Kaiser ein. Eigentlich sind im Bereich Hygiene 20 Personen eingesetzt.

Die zusätzlichen Mitarbeiter, die aus anderen Bereichen des Landratsamtes abgezogen worden waren, unterstützen die Ermittlerteams zur Nachverfolgung von Infektionsketten von Coronakranken und nehmen Rachenabstriche. "Zur Feststellung der Infektionsketten werden die Kontaktpersonen einer positiv getesteten Person ermittelt und kategorisiert." Kontakte gab es zudem zur Bundeswehr und zu Medizinstudenten, um bei Bedarf weitere Unterstützung heranzuholen.

Das Gesundheitsamt hatte bis zu zwölf Ermittlerteams mit je zwei bis vier Personen im Einsatz. "Die Zahl der Teams und deren Personalbesetzung richteten sich immer nach der aktuellen Lage", unterstreicht Kaiser. "Wir beurteilen ständig die Lage neu, ob die Ressourcen reichen und müssen entscheiden, in welchem Umfang und mit welchem Personal das Gesundheitsamt verstärkt wird." Wegen niedriger Fallzahlen habe die Behörde bisher Kontaktpersonen von Corona-Betroffenen aus eigener Kraft ermitteln können, Unterstützung etwa vom Robert-Koch-Institut sei nicht notwendig gewesen.

Das Gesundheitsamt selbst erfasst die positiv getesteten Fälle und meldet sie weiter, ebenso alle Kontaktpersonen und Reiserückkehrer. Hinzu käme die hausinterne Auswertung des Verlaufs von Fallzahlen. Ziel ist laut Kaiser, bei Anstieg sofort reagieren zu können. (grit)

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