Zwölf neue Bauplätze an der Dorfstraße

Altmittweidaer können demnächst die Planungen einsehen. Der Bürgermeister sieht Bauvorhaben im Außenbereich des Ortes jedoch skeptisch.

Altmittweida.

Der Altmittweidaer Gemeinderat hat den Weg für Häuslebauer geebnet. Das Gremium billigte in seiner jüngsten Sitzung einhellig den Entwurf und die Auslegung des Bebauungsplanes für ein neues Wohngebiet auf einem Areal an der Dorfstraße 11.

Überdies erklärten die Räte ihr Einvernehmen mit den Wünschen von Bauwilligen, die auf Grundstücken an der Dorf- und an der Hauptstraße Häuser errichten wollen und Bauvoranfragen gestellt haben. Selbst dort, wo der Flächennutzungsplan es verbietet, befürwortete der überwiegende Teil der Räte den Wohnungsbau. Bürgermeister Jens-Uwe Miether (parteilos) hatte allerdings schon zuvor darauf hingewiesen, dass er dem Bauvorhaben im Außenbereich nicht zustimmt. Zum einen, weil der Flächennutzungsplan das Grundstück als Landwirtschaftsfläche ausweise. Die Bauverwaltung in Mittweida habe zudem signalisiert, dass sie das Areal für ungeeignet halte. "Altmittweida ist ein Waldhufendorf. Der dörfliche Charakter sollte bewahrt werden", sagte er.

Ein Haus mehr auf der grünen Wiese stellt nach Ansicht vieler Räte keine Beeinträchtigung dar. Zum Flächennutzungsplan könne das Gemeindeparlament Änderungen beschließen, sagte einer der Räte. "Wir sollten froh sein über jeden, der im Ort bauen will", unterstützten andere diese Meinung. Miether hielt entgegen, dass es nicht bei einem Bauvorhaben auf bisher dafür nicht vorgesehener Fläche in der Randlage bleiben würde. Andere könnten ebenfalls bauen wollen, wenn es die Eigentümer erlaubten und die Gemeinde den Weg ebne, gab er zu bedenken. Deshalb müsse sich der Rat dazu bekennen, welche Entwicklung er für die Gemeinde und für künftige Generationen wolle.

Für die Bauvorhaben im Innenbereich plädierte der Ortschef ebenso wie alle Räte. Auf dem Grundstück Dorfstraße 11 sollen zwölf Bauplätze entstehen. Wie Miether sagte, sind große Teilflächen für Wohneigentum geplant. Ein Unternehmen aus Königshain-Wiederau wolle das Areal erschließen. Das ehemalige Bauerngut werde abgerissen. Eine strenge Ordnung, wie das Gebiet bebaut werden darf, soll es nach Angaben der Planerin nicht geben. Der lockere Siedlungscharakter in der Umgebung erlaube individuelle Ein- und Zweifamilienhäuser. Vom 30. März bis zum 5. Mai soll der Planentwurf öffentlich in der Altmittweidaer Gemeindeverwaltung und im Mittweidaer Rathaus ausgelegt werden.

Einige Gemeinderäte fragten, warum es im Baugebiet Abschnitte mit einem Krötenschutzzaun geben soll. Laut Planerin seien das Maßnahmen, die als Ausgleich zum Eingriff in die Natur dienen. Einzelne alte Obstbäume sollen nach ihren Angaben erhalten und im hinteren Bereich des Areales zehn neue Bäume angepflanzt werden. Außerdem werde mit der Naturschutzbehörde abgestimmt, ob ein Ersatzlebensraum für Reptilien wie Zauneidechsen oder Froschlurche geschaffen werden kann.

Zur Straßenplanung sagte Miether, die Gemeinde werde darüber wachen, dass Tragfähigkeit, Beleuchtung, Parkflächen und Entwässerung den Anforderungen an einen kommunalen Verkehrsweg entsprechen. Denn in einem Gebiet mit zwölf Anliegern müsse die Gemeinde die Straße übernehmen und sei folglich dann für den Unterhalt und Winterdienst zuständig.


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