1500 Rochlitzer Schüler setzen Zeichen für Schutz der Umwelt

Das Fest auf der Muldeninsel ging in diesem Jahr in die zweite Runde. Dafür stellte die Stadt Rochlitz ihren Jugendlichen 10.000 Euro zur freien Verfügung.

Rochlitz.

Mit einem Aktionstag unter dem Motto "Motley Rochlitz - Kunterbuntes Rochlitz" haben am gestrigen Dienstag rund 1500 Schüler aller Rochlitzer Schulen ein Zeichen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz gesetzt. Zu Beginn des Festes gab es einen Flashmob neben dem Festplatz, auf dem die Schüler getreu dem Motto den Schriftzug "MORO" nachbildeten.

"Hier wird Nachhaltigkeit gelebt und nicht nur darüber gesprochen", sagte Oberbürgermeister Frank Dehne (parteilos) zu Beginn des Schülerfestes. Jeder Teilnehmer erhielt eine recycelte Mehrwegtrinkflasche. Damit wurde auf dem Festgelände sichergestellt, dass alle Kinder und Jugendlichen ein Gefäß zum Trinken haben. In Zusammenarbeit mit dem Jugendladen der Stadt, den Rochlitzer Schulen, der Carlowitz-Gesellschaft und vielen weiteren Partnern wurde dieser Aktionstag organisiert. An zahlreichen Ständen konnten sich die Schüler aktiv beteiligen und ihr Wissen auf verschiedenen Gebieten testen. Dieter Füsslein, Vorstandsvorsitzender der in Chemnitz ansässigen Sächsischen Carlowitz-Gesellschaft, die sich der Förderung von Nachhaltigkeit verschrieben hat, zollte den Schülern großes Lob. "Ihr lasst einen Hauch von Nachhaltigkeit durch eure Schule und durch Rochlitz wehen", sagte er. Nachhaltigkeit bedeute, nicht mehr zu verbrauchen als nachwachse. Außerdem mahnte er an, sorgsam mit der Umwelt und den Rohstoffen umzugehen.

Begleitet wurde Füsslein von dem Wirtschaftswissenschaftler und früheren Energieminister Ecuadors, Alberto Acosta Espinosa, der die Schüler ermutigte, sich weiterhin für ihre Zukunft einzusetzen. Auch der Namensgeber der Sächsischen Carlowitz-Gesellschaft, Hans Carl von Carlowitz - verkörpert durch einen Schauspieler - besuchte das Schülerfest. Carlowitz, geboren 1645, gilt als Begründer des forstlichen Nachhaltigkeitsbegriffs. Spenden machten es möglich, dass auf der Muldeinsel zwei Bäume gepflanzt werden konnten.

Ein Schüler der Regenbogengrundschule fand die Informationsstände des Sachsenforstes besonders spannend. "Der Stand, an dem es um den Borkenkäfer ging, war sehr gut. In Kästen konnte man sich lebende Käfer ansehen und hat erfahren, was deren Nahrung ist. Man hat ja schon viel darüber gehört, aber ich habe vorher noch nie einen Borkenkäfer in echt gesehen", so der Neunjährige. Beliebt waren auch Hüpfburgen, ein menschliches Kickerspiel und eine Fotobox. Zwei Mädchen aus dem Gymnasium kritisierten das Desinteresse mancher Schüler. "Jeder sollte wenigstens eine oder zwei Stationen besuchen. Das wäre gut."

Das Moro-Team, bestehend aus rund 25 Vertretern aller sieben Rochlitzer Schulen, hat auch an den Essens- und Getränkeständen das Motto des Festes berücksichtigt. "Wir haben statt Plastik-Trinkröhrchen auch Makkaroni angeboten. Da haben einige Kinder am Anfang komisch geguckt, aber das kam gut an", erklärt Laura Ihle vom Berufsschulzentrum in Rochlitz. "Wir haben das Thema nicht aufgezwungen, sondern auf Freiwilligkeit gesetzt", so die 19-Jährige.


Pluspunkt Regionalfaktor

Josephine Fleck vom Rochlitzer Gymnasium war begeistert vom vielfältigen Angebot auf dem Schülerfest. Auch bei den Essensständen sei für jeden etwas dabei gewesen. "Wir haben vegane Probierhäppchen mit Aufstrichen angeboten, die kamen sehr gut an", so die 17-jährige Schülerin. "Wir haben viel Wert auf regionale Produkte gelegt." (cbo)


Zu wenig Angebote für Ältere

Lars Hellthaler hätte sich ein breiteres Programm für die älteren Jugendlichen gewünscht. "Die Aktionen haben sich hauptsächlich auf die jüngeren Schüler konzentriert", sagt der 20-Jährige. "Für die Älteren gab es zwar gute Musik, Vorträge und eine große Auswahl an Speisen, aber ich hätte auch ein aktives Angebot gut gefunden." (cbo)


Nachhaltigkeit ohne Zwang

Laura Ihle vom Berufsschulzentrum in Rochlitz hat unter anderem die Saftbar auf dem Festgelände betreut. "Ich glaube, mit dem Thema Nachhaltigkeit haben wir viele erreicht, ohne es wirklich aufzuzwingen. Das fand ich gut", so die 19-Jährige. "Auch, dass das Wetter so gut mitgespielt hat, war wirklich ein Glückstreffer." (cbo)

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