Abgerutschter Hang sorgt in Geringswalde für Zoff

Noch ist unklar, wann und wie das Teilstück der Auenstraße erneuert werden soll. Grund: Die Stadträte debattieren über die Bedeutung der Straße.

Geringswalde.

Am Geld scheiden sich die Geister. Diese Binsenweisheit hat jetzt in Geringswalde eine Bestätigung erfahren. Denn um den Hang an der Auenstraße, welcher im Frühjahr ins Rutschen geraten war, wieder Halt zu geben, müsste die Kommune fast 100.000 Euro in die Hand nehmen. Stützen müssten eingezogen, die Böschung mit Spritzbeton zusätzlich stabilisiert sowie der Straßenbelag erneuert werden. Leitplanken würden ebenfalls montiert. Mithin käme eine stattliche Summe zusammen, die im Haushalt aber nicht geplant war und daher aus der Reserve genommen werden müsste.

Vermutlich ist das mit ein Grund, warum das Projekt in Reihen der Stadträte umstritten ist. "Inwieweit wird die Straße überhaupt frequentiert?", fragt sich CDU-Mann Stefan Fischer, der von der Sinnhaftigkeit des Ganzen, wie er durchblicken lässt, nicht überzeugt ist. Der Altgeringswalder Ortsvorsteher sieht in dem Areal rund um den Auenwald eher ein Naherholungsgebiet mit Wegen für Spaziergänger und Radfahrer. "Wir brauchen dort keine Rennstrecke", betont Fischer.

Vizebürgermeister Falk Horn (Freie Wähler) plädiert hingegen dafür, dass das Projekt durchgezogen wird. "Klar, die Sanierung ist teuer. Umso mehr bleibt zu hoffen, dass es mit Fördermitteln klappt. Da sollte man nichts unversucht lassen." Die Trasse zum Wanderweg zu erklären, sei für ihn keine Option. Eine ähnliche Sicht vertritt Linkenfraktionschef Konrad Kothe. "Es wäre ein Armutszeugnis für unsere Stadt, bliebe die Straße auf unabsehbare Zeit gesperrt." Auch die dort derzeit stehenden Schachtringe würden, wie er fortfährt, nicht wirklich schön aussehen. "Wenn gebaut wird, sollte unbedingt auf die Einhaltung der Tonnagebegrenzung geachtet werden, damit Böschung und Fahrbahn möglichst lange halten." Und sein Parteifreund Werner Stephan erwägt sogar, den Sachsenforst mit ins Boot zu holen, um so anfallende Kosten auf mehrere Schultern zu verteilen.

Dem widerspricht Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos). "Der Bereich, in dem der Hang abgerutscht ist, liegt nicht im Verantwortungsbereich der Forstbehörde." Die Ortsverbindung, ursprünglich als Kreisstraße deklariert, sei zudem in den 1990er-Jahren umgewidmet und der Stadt zugeschlagen worden.

Trotz der aktuell verfahrenen Situation und der unterschiedlichen Gemengelage haben die Stadträte jüngst mit Mehrheit einen Planer mit den Sicherungsarbeiten beauftragt. Ob die Reparatur aber in Angriff genommen wird, hängt nach Darstellung von Bauamtsleiter Thomas Riedel von den Fördermitteln ab: "Und selbst damit wird es nicht einfach, denn bei der Hangsicherung reden wir nicht vom Straßenbau im klassischen Sinn."

Und so ist nach wie vor unklar, ob der abgerutschte Hang an der Straße zwischen Geringswalde und Erlbach demnächst gesichert wird. Offen ist auch, ab wann der Abschnitt, der etwa 150 Meter vor der früheren Gaststätte "Rinnmühle" liegt, für Fahrzeuge wieder passierbar ist.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...