Abschied vom Sommer: Festgelände wird zum Strand

Die Mitglieder des Wechselburger Jugendclubs laden am Samstag zu einer großen Party ein. Doch nicht alle ihre Wünsche haben sich dieses Jahr erfüllt.

Wechselburg.

Draußen nehmen junge Leute Holz-Paletten auseinander und bauen die Einzelteile zu Sitzmöbeln zusammen. "Das haben wir schon im Frühjahr bei unserer Springbreak-Party so gemacht. Jetzt dürfte alles noch cooler werden. Wir haben uns im Internet schlau gemacht und dort viele gute Ideen gefunden, die wir jetzt umsetzen", sagt Adrian Wild. Im Clubhaus sitzen die Mädchen zusammen und gestalten kunstvolle Fantasieobjekte in Neonfarben, die, angeleuchtet in der Lounge hängend, das richtige Feeling für die Party am morgigen Samstag bringen sollen: Mit "Last Summer Dance" wollen die Jugendlichen die warme Jahreszeit verabschieden, die sie im April begrüßt hatten.

"Das war ein voller Erfolg. Um die 400 Leute sind gekommen. Ich denke, wir haben damit eindrucksvoll bewiesen, dass der Jugendklub Wechselburg ebenso wie die Partykultur in unserem Landkreis lebt. Nun wollen wir es noch einmal wissen", sagt der 17-jährige Adrian. Die Besucher erwartet ein sommerliches Flair, eine Chillout-Lounge, zwei getrennte Tanzflächen sowie laut Clubchef Philipp Sacher die DJ-Elite des Umkreises. Für Strandfeeling sorgen 40 Tonnen über die Festfläche verteilter Sand, zur Verfügung gestellt von einem örtlichen Unternehmen. Doch ein Wermutstropfen fällt ins Party-Geschehen. Die Jugendlichen hatten sich gewünscht, dass bis zur Fete die Fassade ihres Domizils saniert und das neue Clublogo an ihr prangt. "Da hat sich leider noch nichts getan", sagt Sacher. Inzwischen sind aber das Dach saniert und das Vordach erneuert worden.

Das allerdings nicht zur vollen Zufriedenheit der Jugendlichen. Clubmitglied Silvio Dost kritisierte zur jüngsten Gemeinderatssitzung unter anderem die Gestaltung des Vordaches. Die Räte einigten sich darauf, sich diese anzuschauen und wenn möglich zu ändern. Gleichzeitig übten sie ihrerseits heftige Kritik an den Jugendlichen. Auf dem Vorplatz des Clubs lägen jede Menge Schrauben und Nägel, eine Gefahr für Autoreifen und damit für die Fahrzeuge des Bauhofes, der dort ebenfalls sein Domizil hat.

"Das ist bestimmt beim Auseinandernehmen der Paletten und dem Bau der Möbel passiert und darf natürlich nicht sein. Da müssen wir wirklich gründlicher aufräumen", räumt Clubchef Sacher den Fehler ein und verspricht Besserung. Die von Dost geäußerte Kritik sei insofern richtig, als dass die Absprachen mit den Baufirmen und den Jugendlichen hätten besser laufen können. "Aber wir sind der Gemeinde natürlich sehr dankbar, dass an unserem Haus etwas getan wird und wir immer Unterstützung erfahren", so Sacher. Dass die Fassade noch nicht fertig ist, sei schade, aber nicht zu ändern.

Bereits vor einem Jahr hatte der Gemeinderat die Sanierung des Jugendclubs auf den Weg gebracht: Das Gebäude, in dem sich auch der Bauhof befindet, wird für Gesamtkosten von rund 51.000 Euro saniert. Davon entfallen anteilig rund 22.500 Euro Kosten auf den Jugendclub, wofür die Gemeinde eine Förderung in Höhe von knapp 16.000 Euro beantragt hat. Dass bislang nur das Dach gedeckt und das Vorhaus erneuert wurde, liegt daran, dass die Arbeiten erst spät vergeben werden konnten. Grund: Die Gemeinde hatte den Haushalt für 2019 erst im Mai beschlossen und war somit spät handlungsfähig.

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