Ärger in den Sommerferien

Die künftigen Siebentklässler des Rochlitzer Gymnasiums sollen zum Schuljahresbeginn in neu zusammengestellten Klassen lernen. Das wollen die Eltern nicht akzeptieren.

Rochlitz.

Nach den Sommerferien starten die bisherigen Sechstklässler des Rochlitzer Mathesiusgymnasiums nicht nur in ein neues Schuljahr. Voraussichtlich werden die Kinder auch in neu zusammengesetzten Klassen lernen. Denn weil zwei bisherige Klassenlehrer nicht mehr zur Verfügung stehen, sollen Klassenverbände neu strukturiert werden. Mehrere Eltern laufen gegen diese Entscheidung der amtierenden Schulleiterin Sturm und legen Widerspruch ein.

"Die Klassen waren so zusammengestellt worden, dass Kinder, die nah beieinander wohnen, zusammen in einer Klasse waren. Auf den kleinen Dörfern rund um Rochlitz macht das Sinn. Das soll nun alles auseinandergerissen werden", sagte Elternsprecher Klaus Michael im Gespräch mit der "Freien Presse. Das würde viele Kinder traurig machen.


Hintergrund der Entscheidung ist, dass eine bisherige Klassenlehrerin ein Kind erwartet und ein bisheriger Klassenlehrer zusätzlich zu dieser Aufgabe seit mehreren Monaten amtierender stellvertretender Schulleiter ist. Die Lehrerin falle bald vorübergehend aus, und der Lehrer könne die Menge der Arbeit, die beide Aufgaben mit sich bringen, nicht dauerhaft stemmen. Die amtierende Schulchefin hat daher entschieden, dass ab kommendem Schuljahr neue Klassen gebildet werden, in die die Schüler nach der jeweiligen zweiten Fremdsprache, die sie lernen, einsortiert werden. Es soll eine Lateinklasse, eine Französischklasse und eine Russischklasse geben. Klassenlehrer werden die jeweiligen Sprachlehrer.

Wie das Landesschulamt und die amtierende Schulleiterin auf Nachfrage der "Freien Presse" mitteilten, war es das Ziel, zu gewährleisten, dass alle Schüler, die in einer Klasse zusammen lernen, auch von ihrem Klassenlehrer in einem Fach unterrichtet werden. "Bis jetzt wurden in allen Klassen unterschiedliche zweite Fremdsprachen von den Schülern erlernt", so Schulamtssprecher Lutz Steinert. Es wäre daher mit Blick auf die Betreuung nicht optimal gewesen, die bisherigen Klassenverbände bestehen zu lassen und beispielsweise eine Französischlehrerin als Klassenlehrerin einzusetzen, da dann ein Teil der Schüler nicht bei der Klassenlehrerin Unterricht gehabt hätte. "Die Betreuung einer Klasse durch einen Klassenlehrer ist aber für die erfolgreiche Gestaltung des Bildungs- und Erziehungsauftrags der Schule ein wichtiger Faktor", so Steinert.

"Ich habe zum Wohl der Schüler entschieden und musste dabei die gesamte Schule im Blick haben. Es galt abzusichern, dass alle einen Klassenlehrer haben, von dem sie auch unterrichtet werden", sagt die amtierende Schulleiterin Carsta Drehn. Den Unmut einiger Eltern könne sie dennoch verstehen. Allerdings, so sagt sie, sei die Umstrukturierung der Klassenstufe ein Einzelfall. Die betroffenen Schüler würden nun voraussichtlich von der siebenten bis einschließlich der zehnten Klasse zusammenbleiben.

Die Elternvertreter rund um Klaus Michael wollen das so nicht akzeptieren. Aus Sicht der Eltern gebe es Möglichkeiten, die Klassenlehrer-Posten zu besetzen, ohne dass neue Klassen gebildet werden müssen. Nach einem Treffen der Elternsprecher der betroffenen Klassen werde man sich daher an das Landesschulamt wenden und auch den Widerspruch, den man bereits bei der Schulleitung am Rochlitzer Gymnasium eingelegt habe, noch einmal bekräftigen, so Michael.

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