Ärger mit dem Hundekot in Burgstädt

Noch verdeckt der Schnee die Hinterlassenschaften einiger Vierbeiner. Doch Anwohner sind empört: Die Verschmutzung in der Innenstadt nimmt zu. Das hat mehrere Gründe.

Burgstädt.

Ein Rentnerehepaar von der Herrenstraße in Burgstädt will seinen Namen nicht in der Zeitung lesen, weil es nicht als "Meckerer" abgestempelt werden will. Aber das Paar findet deutliche Worte: "Überall die Hundehaufen, das ist einfach eklig", sagt die 74-Jährige. Der frische Schnee habe manche Tretminen überdeckt, doch jetzt komme der Unrat zum Vorschein. Auch Handwerksmeister Jochen Köthe hat beobachtet, dass in der Innenstadt die Verunreinigung zugenommen hat. "Vor meiner Haustür sieht es aber besser aus", ergänzt er. Denn unweit der Feuerwache steht eine Hundetoilette.

Nicht jeder Hundebesitzer muss deshalb beim Gassi-Gehen zwingend selbst eine Tüte zu Hause einstecken. Es gibt 17 sogenannte Hundetoiletten. Diese dienen gleichzeitig als Tütenspender und Abfallbehälter. An den beiden Seiten des Behälters befinden sich kleine Tüten, welche mit einem einfachen Handgriff durch Abreißen entnommen werden können. Diese Tüte wird als Handschuh zum Aufnehmen der Exkremente benutzt. Anschließend ist er in den Behälter zu werfen.

Auch Bürgermeister Lars Naumann appelliert alljährlich an die Vernunft der Hundebesitzer. "Die meisten Hundehalter halten sich an die Vorschriften und räumen die Hinterlassenschaften weg", fügt er hinzu. Einige wenige spekulierten jedoch darauf, dass der Verursacher nicht erkannt wird. Nach der Polizeiverordnung sind Tierhalter verpflichtet, diese Verunreinigungen sofort zu entfernen. Zuwiderhandlungen können mit Bußgeld bis zu 1000 Euro geahndet werden, sagt Ordnungsamtschefin Cornelia Müller. Das Verwarngeld beträgt 35 Euro. In letzter Zeit häuften sich die Beschwerden von Bürgern. Zum einen seien sie in Hundekot getreten oder als Grundstücksbesitzer verpflichtet, die Haufen vom Gehweg zu entfernen. Um die Stationen sauber zu halten und die Beutel zu entsorgen, müsse die Stadt jährlich 6000 Euro aufwenden. Der Bauhof kontrolliere wöchentlich.

Dietrich Eckardt vom Hundesportverein Taura-Burgstädt kann seine Hand dafür ins Feuer halten, dass die 20 Vereinsmitglieder die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner wegräumen. "Das ist doch selbstverständlich", sagt der 63-Jährige. Aber er habe beobachtet, dass sich viele Leute einen Hund anschaffen würden, aber nicht wüssten, welche Verantwortung sie übernehmen. "Es mangelt an der Erziehung des Hundes und an einfachen Verhaltensregeln", sagt der Hundefreund. Die Benutzung von Hundetoiletten gehöre dazu. Eckardt vermutet, dass die Schuld bei einigen Hundebesitzern zu suchen ist, die ihre Vierbeiner in der Wohnung halten und nur kurz zur Notdurft nach draußen gehen. Da spiele viel Bequemlichkeit mit.

Der Rathauschef setzt auf das Verständnis der Hundebesitzer im Sinne des Allgemeinwohls. Reichlich 500 Hunde gibt es in Burgstädt. So habe er den Hinweis bekommen, dass im Ortsteil Herrenhaide eine Hundetoilette fehlt. Bei günstiger Witterung soll eine solche Anlage neben dem Grundstück Heimstättenstraße 36 aufgestellt werden. Für weitere Vorschläge sei er dankbar. Außerdem verweist er darauf, dass bei Nichteinhaltung eine Anzeige erstattet werden sollte. Bisher sei das aber noch nicht erfolgt.

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