Ärger über Weg zur Herfurthsmühle in Zettlitz

Erst vor wenigen Monaten wurde die 900 Meter lange Trasse im Interesse des Naturschutzes saniert. Das Ergebnis hielt nicht stand. Wurden 68.000 Euro in den Sand gesetzt?

Zettlitz.

Der Wirtschaftsweg von Methau zur einstigen Herfurthsmühle ist erst im Herbst für rund 68.000 Euro saniert worden. Dieser Tage sind bereits Beschwerden über den Zustand beim Zettlitzer Bürgermeister Steffen Dathe (parteilos) eingegangen. "Teile der Straße weisen nur wenige Monate nach Abschluss der Arbeiten erhebliche Wasserrinnen und Ausspülungen auf", stellt das Gemeindeoberhaupt fest. Unter anderem hätten in den vergangenen Wochen Schneewehen den Abfluss von Wasser in den Straßengraben blockiert. Inzwischen sei der neue Belag in einem erbärmlichen Zustand.

Die Sanierung erwies sich bereits vor Baubeginn als Zankapfel. Die Gemeinde hatte vorgeschlagen, die etwa 900 Meter lange Piste mit Asphalt zu versehen und damit dauerhafter instandzusetzen. Das verwehrte das Landratsamt mit Blick auf den Umweltschutz und forderte stattdessen eine wasserdurchlässige Bauweise. Wolfram Häber (Wählervereinigung Feuerwehr) bemerkte jüngst im Gemeinderat, dass er das Dilemma habe kommen sehen. "Die wassergebundene Deckschicht ist für diese Straße nicht günstig", hielt der Ingenieur für Straßenbau fest. "Fakt ist, dass mit so einem Verfahren ständig werterhaltende Maßnahmen auf die Gemeinde zukommen. Die jetzige Lösung hat nichts Nachhaltiges." Konkret sah die Technologie vor, den Untergrund 30 Zentimeter tief abzufräsen, mit einer Tragschicht zu stabilisieren und eine fünf Zentimeter starke wasserdurchlässige, sandgeschlämmte Decke aufzubringen. Häber äußerte bereits vor Baubeginn im Spätsommer: "Niemand kann beantworten, wie lange das Ganze wirklich hält."

Die großen Fahrzeuge der Landwirtschaftsbetriebe schleuderten die Feinbestandteile des Straßenbelages immer wieder aufs Neue aus dem Verbund, sodass ständiger Sanierungsbedarf bestünde. Nicht umsonst habe man eine Ausführung in Asphalt favorisiert. Joachim Günther (Wählervereinigung Feuerwehr) ärgert sich auch über den, wie er sagt, Murks, der jedoch keinesfalls dem Baubetrieb anzulasten sei, sondern den Entscheidern in der mittelsächsischen Behörde. "Die sollten herkommen und sich das Ergebnis anschauen", forderte er. In der Behörde war der Ausbau mittels Asphalt offenbar nie ein Thema. "Der Wirtschaftsweg zwischen Ortsausgang Methau und Herfurthsmühle befindet sich im Landschaftsschutzgebiet 'Mulden- und Chemnitztal' und teilweise im Schutzgebiet Fauna-Flora-Habitat 'Erlbach- und Auenbachtal'", teilte Sprecherin Cornelia Kluge mit.

Eine Teilstrecke von etwa 760 Metern sei im Zeitraum 2010/2011 durchgängig mit Pflaster befestigt sowie ein Wendeplatz für landwirtschaftliche Fahrzeuge errichtet worden. "Gegenüber diesem Vorhaben äußerte die Naturschutzbehörde damals erhebliche naturschutzfachliche Bedenken", so Kluge. Einig wurde man sich damals nur, indem die Gemeinde auf den Ausbau des 900 Meter langen Abschnitts verzichtete. Die Trasse darf nur, wie es seitens des Kreises hieß, repariert oder ertüchtigt werden.

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