Ärger um Verkauf von Feuerwehr-Oldtimer

Der Förderverein muss einen W 50 für 2500 Euro kaufen. Das Geld erhalten die Feuerwehrleute von der Gemeinde Taura zurück. Doch das gefällt nicht allen.

Taura.

Der Gemeinderat Taura hat in seiner jüngsten Sitzung einen Beschluss vom März gekippt und zwei neue beschlossen. Dabei geht es um den Verbleib des ausgemusterten Feuerwehrautos W 50. Das etwa 35Jahre alte Fahrzeug sollte dem Förderverein der Feuerwehr als Sachzuwendung überlassen werden. Doch es gab rechtliche Bedenken, weil ein Kaufvertrag laut Burgstädts Kämmerer Michael Eulitz zwingend notwendig ist.

Jetzt kam es zum erneuten Anlauf. Ein Gutachter ermittelte für den Oldtimer einen Wert von 2500 Euro. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, zu diesem Preis das Auto an den Förderverein zu verkaufen. Zudem soll im Kaufvertrag zwischen Verein und Gemeinde vereinbart werden, dass es keinen Anspruch auf Gewährleistung seitens des Rathauses gibt. Damit hafte die Gemeinde nicht für Schäden, die nach dem Verkauf sichtbar werden. Sachbearbeiterin Cornelia Gärtner vom Burgstädter Rathaus informierte über die weitere Vorgehensweise und warum zwei separate Beschlüsse notwendig sind. Einstimmig beschloss der Gemeinderat auch, dem Förderverein 2500 Euro zu übergeben - als Vereinsförderung.


Trotzdem äußerten einige Gemeinderäte ihre Bedenken. Dabei ging es um eine Weiterverkaufsklausel. Gemeinderat Andreas Grundei (CDU) kritisierte die notwendige Kontrolle durch die Gemeinde beim Weiterverkauf. Denn es könne theoretisch sein, dass der Wert des Fahrzeuges steige. Kämmerer Eulitz klärte auf: Wenn das Auto für 10.000 Euro verkauft werde, müsse der Verein 2500 Euro an die Gemeinde zurückzahlen. "Den Gewinn kann der Verein behalten", fügte er hinzu.

Karla Wegner (Wählervereinigung Kleingärtner) sagte: "Ich befürchte Nachteile für andere Vereine." Denn die 2500 Euro gingen aus dem großen Topf der Vereinsförderung verloren. Bürgermeister Robert Haslinger (CDU) ließ eine eindeutige Antwort offen. Jährlich erhalten die Vereine Geld im vierstelligen Bereich, hieß es auf Nachfrage aus dem Burgstädter Rathaus. Der Oldtimerverkauf sei eine Sonderförderung, hieß es. Andere Vereine würden somit nicht benachteiligt.

Doch in den Vereinen sieht man den Verkauf skeptisch. "Ich hoffe nicht, dass wir nichts mehr abbekommen", sagt Stefan Kreim vom Kaninchenzucht-Verein. Der jährliche Zuschuss von 100 Euro sei schon gering, der dürfe nicht noch wegfallen, ergänzt er. Auch der Hundesportverein Taura-Burgstädt ist auf das Geld aus der Gemeinde angewiesen. "Wir erhalten jährlich 150 Euro Pacht für den Hundeplatz", sagt Chef Dietrich Eckardt. Die Bewirtschaftung mit Abwasser, Strom sei teuer. Die 22 Mitglieder, die jährlich je 50 Euro Beitrag bezahlen, könnten das nicht allein stemmen. Hinzu käme eine Summe von 120 Euro für Pokale. "Uns war für dieses Jahr das Geld wieder zugesichert worden", sagt Dietrich Eckardt. Wenn es wegfalle, stehe der Verein vor dem Aus. Der Kulturverein Taura hat schon seit einigen Jahren kein Extra-Geld von der Gemeinde erhalten, sagt Vize-Chef, Joachim Greilich. Doch jetzt habe sich das Thema sowieso erübrigt, weil sich der Verein aufgelöst hat.

Feuerwehr-Fördervereins-Chef Clemens Göckeritz zerstreut die Bedenken der anderen Vereine, dass kein Geld übrig bleibt: "Wir haben in den Vorjahren sowieso kaum Geld von der Gemeinde erhalten." Vielmehr sei der Verein dankbar, dass die Gemeinde Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung stelle oder personell bei Veranstaltungen helfe. Denn die Aktivitäten - wie Feste - würden größtenteils über Spenden finanziert. Das sei jetzt erst beim Feldküchentag am Sonntag der Fall gewesen.

Zurzeit befindet sich der ausgemusterte W 50 bei Kameraden in einer Scheune in Claußnitz und werde "aufgefriemelt", fügt er hinzu.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...