Altgeringswalder wollen Schuttberg endlich loswerden

Den Dorfbewohnern reicht es. Seit mehr als zwei Jahren verschandeln die Reste eines Vierseit- hofes das Ortsbild. Doch die Eigentumsverhältnisse erschweren der Stadt Geringswalde das Handeln.

Altgeringswalde.

Die unansehnlichen Reste des Vierseithofes in Altgeringswalde an der Straße Zur Fröhne könnten bald verschwinden. Denn in den Fall kommt Bewegung. So hat die Geringswalder Stadtverwaltung den Eigentümern eine letzte Frist gesetzt, die Mitte Juli abläuft. "Unsere Bemühungen gehen schon länger dahin, das Grundstück für einen symbolischen Betrag zu erwerben, um den Schutt zu beseitigen und die Fläche in einen vorzeigbaren Zustand zu versetzen", so Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos).

Auf bisherige Offerten hätten die Eigentümer, die in Mittelsachsen wohnen, jedoch trotz mehrfacher Nachfrage nicht reagiert. "Wir sind erst nach einem Eigentümerwechsel handlungsfähig", verdeutlichte der Stadtchef. Mit Ablauf der gesetzten Frist erhoffe man sich endlich eine gütliche Lösung. Ließe sich die nicht treffen, liefe der sich seit Jahren hinziehende Prozess auf eine Zwangsversteigerung hinaus, die von der Kommune eingeleitet würde. "Ich hoffe, dass sich dieses letzte Mittel vermeiden lässt, denn das würde uns richtig Geld kosten, das allein durch Gebühren aufliefe. Und da rede ich noch nicht vom eigentlichen Abriss und der Entsorgung des Schutts und der Gebäudeteile."

Das verwahrloste Grundstück gerät immer mehr zum Ärgernis im Ort. So hatte Stadtrat André Winkler (CDU), selbst Altgeringswalder, das Thema in der jüngsten Sitzung des Stadtrates erneut zur Sprache gebracht und eine Klärung gefordert. Das Bauerngut war in der Nacht zum 20. Mai 2016 fast gänzlich niedergebrannt. Es wurde wegen Verdachts auf Brandstiftung ermittelt, ein Täter konnte aber nie gefunden werden. Die Stadt sicherte das Objekt, um den Verkehr an der nahen Staatsstraße 200 durch herabfallende Mauerteile nicht zu gefährden. Von den vier Gebäuden blieben Bauschutt und verkohlte Balken übrig.

An die Brandnacht erinnert sich Nachbar Manfred Vogel noch deutlich. "Erst kam der Wind von Norden, dann von Westen. Damit trieb er Qualm und Funken genau in unsere Richtung." In diesen Stunden hätten die Bewohner der umliegenden Gehöfte keinen Schlaf gefunden. Bis weit in die Mittagsstunden des nächsten Tages hätten die Feuerwehrleute mit dem Brandherd zu tun gehabt, an dem immer wieder Glutnester aufgeflackert seien. "Gut, dass dann mit einem Radlader die Reste der Mauern von der Straße weg und in sich zusammengeschoben wurden."

Laut Manfred Vogel schien der Vierseithof Anfang der 2000er-Jahre einen Aufschwung zu nehmen, das sei mit Wohlwollen beobachtet worden. "Der Vater der Miteigentümerin hatte eine Weide abgesteckt und wollte Pferdezucht betreiben", schildert der Senior. Etwa fünf, sechs Jahre sei das gutgegangen. Dann seien die Pferde plötzlich vom Weideplatz verschwunden, das Projekt wohl aufgegeben worden. "Ich wäre sehr froh, wenn hier wieder Ordnung einziehen würde", sagt Manfred Vogel. Direkt an der Staatsstraße gelegen, sei der Bauschutt wahrlich kein Aushängeschild für das sonst so schmucke Dorf.

Inzwischen holt sich die Natur das Gelände zurück. Übermannshohe Brennnesseln, Schösslinge, völlig undurchdringliches Gras und eine mehr als zwei Meter hohe Brombeerhecke verwehren den Zugang zum aufgetürmten Bauschutt. Wer hier aufräumen wolle, müsse zunächst einen Kahlschlag vornehmen, so Manfred Vogel.

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