Altreifen, Kanister und Planen rotten vor sich hin

Auf einem Grundstück am Ortseingang von Geringswalde stapelt sich Müll. Der Kreis will die illegale Deponie räumen.

Geringswalde.

Es ist kein schöner Anblick, der sich dem Autofahrer bietet, wenn er von Hoyersdorf die Mittweidaer Straße entlang fährt, um nach Geringswalde zu gelangen. Unmittelbar am Ortseingang türmt sich der Müll. Neben stapelweise Altreifen und Kanistern aus Kunststoff rotten Bauschutt und Abdeckplanen vor sich hin.

In der jüngsten Sitzung des Stadtrates machte Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos) seinem Ärger Luft. "Das Gelände sieht schlimm aus. Eine Zumutung für Gäste, die sich aus Richtung Osten unserer Stadt nähern." Man habe den Eigentümer aufgefordert, aktiv zu werden.

Torsten Kleditzsch

Die Nachrichten des Tages:Der „Freie Presse“-Newsletter von Chefredakteur Torsten Kleditzsch

kostenlos bestellen

Das Gelände an der Mittweidaer Straße, das westlich an die Wiesenstraße grenzt, umfasst rund 10.000 Quadratmeter Fläche und wird von zwei baufälligen Ställen dominiert, die vom Dreiseithof des ehemaligen Schäfereibetriebes abgekoppelt sind. Grundstück und Stallgebäude gehören einem Ehepaar aus Sachsen-Anhalt. Der Eigentümer ist alles andere als amüsiert über die Entwicklung der Dinge auf seinem Land. Vandalen hätten dort gewütet und auf dem Areal unter anderem Unrat in sogenannten Big Bags mit undefinierbarem Inhalt abgeladen. "Seit Mai vergangenen Jahres läuft eine Anzeige", erklärtder Besitzer. Er habe Zeugen benennen können. Zudem sei das Kennzeichen eines vermeintlichen Tatfahrzeuges bekannt.

Das Landratsamt bestätigt die Angaben des Eigentümers. Für den Fall zuständig sei die untere Abfall- und Bodenschutzbehörde, teilte Landkreissprecher André Kaiser mit. "Der Verursacher ist bekannt. Und Maßnahmen zur Beräumung sind eingeleitet. Sie können auch zwangsweise durchgesetzt werden."

Zwar ist das Grundstück durch einen Weidezaun umfriedet, der allerdings bildet für die Mülltouristen offenbar kaum ein Hindernis. Eine Anwohnerin beobachtet das Treiben an den alten Viehställen schon länger. "Hier fahren häufiger Autos mit Hänger vor und laden ihren Unrat ab. Der Zaun hält die nicht auf", berichtet sie. Man habe daraufhin den Eigentümer kontaktiert.

Dieserhofft nun, dass sich endlich etwas bewegt. Wie es dann weitergehen soll, steht noch nicht fest. So will der Mann aus Sachsen-Anhalt zunächst die Dächer der Gebäude instandsetzen lassen. Dann sehe er weiter.

Der einstige Eigentümer des Schäfereibetriebes hofft, dass auf dem Gelände etwas Neues entsteht. Den Betrieb aufzugeben, sei ihm damals sehr schwergefallen. "Doch allein von Viehzucht kann man sich heutzutage nicht mehr ernähren", erklärt der Schäfer.

Bewertung des Artikels: Ø 3 Sterne bei 1 Bewertung
Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...