Altstadtfest: Erneut Kritik am Eintrittsgeld

Obwohl der Landkreis auf dem Fest in Mittweida sein Jubiläum mitfeierte, blieb der Andrang aus. Nun wird Kritik an Kosten und Programm laut.

Mittweida.

Mit rund 11.570 Gästen war das Mittweidaer Altstadtfest in diesem Jahr weniger gut besucht als im Vorjahr. Damals waren etwa 1000 Besucher mehr zu der dreitägigen Veranstaltung im Stadtzentrum gekommen. "Angesichts der Hitze, die einige Leute vielleicht eher an den Badesee als zum Fest gelockt hat, sind wir zufrieden", sagt Constanze Winkler, Leiterin des städtischen Sport- und Kulturbetriebs.

In den sozialen Netzwerken sehen Nutzer den Grund für den Besucherrückgang jedoch eher in den Eintrittspreisen, die auch in diesem Jahr wieder verlangt wurden. Das Ticket für alle drei Tage kostete für Erwachsene 6 Euro, Tageskarten zwischen 2 und 5 Euro. Kinder bis 14Jahre zahlten für drei Tage 1 Euro. In den Augen von Constanze Winkler sind diese Preise gerechtfertigt. So sei bei anderen Stadtfesten, die keinen Eintritt verlangen, anders als in Mittweida die Toilettenbenutzung nicht kostenfrei. Zudem versuche die Stadt, mit dem Eintrittsgeld Standgebühren moderat zu halten. "Das schlägt sich etwa in den Bierpreisen nieder, die hier günstiger sind als anderswo", so Winkler.

Trotz des erhobenen Eintritts müsse die Stadt für das Fest Geld hinzuschießen - im Vorjahr waren es laut Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU) über 50.000 Euro. In anderen Jahren wurden Winkler zufolge zwischen 70.000 und 80.000 Euro fällig. Wie viel Geld die Stadt in diesem Jahr zahlen muss, stehe bislang nicht fest, da noch Abrechnungen ausstünden.

Kritik am Eintrittsgeld äußerte Torsten Bachmann, Vorsitzender der Linken in Mittweida. "Wenn wir zum Geburtstagsfest einladen, kostet es keinen Eintritt!", schrieb er auf der Facebook-Seite des Stadtverbands. Ein Seitenhieb auf den Landkreis, der beim Fest sein zehnjähriges Bestehen feierte. Ob das Jubiläum für Mittweida überhaupt ein Grund zum Feiern sei, ist nach seiner Ansicht fraglich: "Kreissitz verloren, Sitz der Sparkasse weg, das Finanzamt soll auch noch nach Freiberg umziehen. Längere Wege für Bürger und Mitarbeiter der Verwaltung. Die LMK hat die Krankenhäuser in Frankenberg und Rochlitz geschlossen. Das ist keine Erfolgsstory!" Die Linke wolle das Stadtfest und dessen künftige Ausrichtung in einer der kommenden Stadtratssitzungen ansprechen, so Bachmann.

Der Landkreis präsentierte sich auf dem Altstadtfest mit eigenen Ständen, einem Bühnenprogramm mit Gästen aus dem gesamten Kreisgebiet sowie einer Blaulichtmeile, auf der sich Hilfs- und Rettungsdienste vorstellten. Die Kritik der Linken will Landratsamts-Sprecher André Kaiser nicht gelten lassen: "Mittweida stellt weiterhin einen wichtigen Teil der Landkreisverwaltung dar." Die Standorte der Finanzämter seien nicht Sache des Kreises, sondern des Freistaats, ebenso hänge die wirtschaftliche Situation der Klinikgesellschaft LMK nicht mit der Kreisreform zusammen. Überlegungen, den Eintritt aus Anlass der Jubiläumsfeierlichkeiten zu erlassen, habe es im Landratsamt nicht gegeben. "Letztlich ist es eine Finanzierungsfrage", sagte Kaiser. Allerdings sei die Blaulichtmeile kostenfrei zugänglich gewesen.

Was halten Sie vom Eintritt für das Stadtfest? Schreiben Sie uns: "Freie Presse", Rochlitzer Straße 64, 09648 Mittweida - oder per E-Mail an red.mittweida@freiepresse.de.

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