Arraser Wehr will bessere Ausrüstung

Die Einsatzkräfte aus dem Geringswalder Ortsteil sind unzufrieden. Sie fühlen sich übergangen und sehen den Bestand der Truppe gefährdet.

Arras.

Das Podium der Jahreshauptversammlung aller Geringswalder Ortswehren ist Fabian Gerstenberger gerade recht gewesen. "Es ist traurig, wie man die Leute vor den Kopf stößt, wenn es um Arraser Belange geht", sagte der 30-jährige Feuerwehrmann. "Es muss sich etwas ändern, damit wir von einer gemeinsamen Gemeindewehr sprechen können. Aktuell ist es keine."

Die Arraser Einsatzkräfte haben, wie sie sagen, schon länger den Eindruck, abgehängt zu werden. Nicht etwa von den Kameraden aus Altgeringswalde oder Geringswalde. "Zu denen haben wir ein gutes Verhältnis", stellt Ortswehrleiter Jörg Hahn klar. Es klemme eher mit Sicht auf die Verwaltungsstruktur. An sich müssten sämtliche Belange der Ortswehren im Gemeindefeuerwehrausschuss zur Sprache kommen. Nicht selten jedoch stellten die Arraser fest, dass Informationen an ihnen vorübergingen oder Entscheidungen über ihre Köpfe hinweg getroffen würden.

Christoph Ulrich

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Es gehe häufig um Dinge, ergänzen die Feuerwehrleute Robby Liebers und Steffen Weinert, die dringend gebraucht würden. "Es werden langwierige Gespräche eingeleitet, bei denen wir dann etwa über Ausgaben von 100 Euro reden." Vieles laufe beispielsweise in Altgeringswalde über den dortigen Förderverein, so Gerolf Saremba. "Aus einer solchen Quelle können wir nicht schöpfen, und das macht es für uns nicht leichter."

Den Arraser Wehrleiter ärgert vor allem mangelnde Flexibilität, wenn es um Ausrüstung geht, die in den Brandschutzbedarfsplan aufgenommen werden müsste. "Unser Einsatzfahrzeug haben wir gebraucht übernommen, mit Baujahr 1979." Es müsse Ersatz her. Doch da stoßen die Arraser wortwörtlich an Grenzen. "Unsere Fahrzeughalle ist für alle gängigen aktuellen Modelle zu niedrig und zu schmal. Wir müssten neu bauen." Hahn weist auf die Höhe der Toreinfahrt. Da sind maximal zehn Zentimeter Luft zum Fahrzeugdach. Und an den Seiten müssen sich die Einsatzkräfte schmal machen, um durchzukommen.

Der 55-Jährige sieht den Bestand der Arraser Wehr gefährdet. "Uns ist von der Gemeindewehrleitung immer wieder vermittelt worden, dass man auch ohne uns zurechtkommen würde." Die Gemeinde investiere in einen guten Ausbildungsstand, lasse es aber an den Grundvoraussetzungen und am Arbeitsschutz fehlen. "Immerhin besteht unsere Wehr aus 16 Aktiven bei gerade mal 180 Einwohnern. Andere Gemeinden beneiden uns."

Die Probleme der Arraser mochte Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos) als oberster Dienstherr der Feuerwehr aktuell nicht kommentieren. "Nur so viel: am heutigen Montag kommt der Gemeindefeuerwehrausschuss das nächste Mal zusammen. An der Stelle sollten dann die von den Arrasern genannten Belange besprochen werden."

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