Arztpraxis in Langenleuba ist gerettet

Ein Mediziner aus Wechselburg will in dem Ort ab kommendem Frühjahr Patienten behandeln. Dafür lässt die Stadt die alte Gemeindeschwesternstation umbauen.

Penig/Langenleuba-Oberhain.

Aufatmen und Erleichterung im Peniger Ortsteil Langenleuba-Oberhain. Nachdem die Kreis-Krankenhausgesellschaft LMK die bisher im Dorf praktizierende Hausärztin ins Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) nach Rochlitz abgezogen hat und die seit über 40 Jahren bestehende Praxis auf dem Land zum 31. Juli schließen wird, gibt es überraschend eine neue Perspektive für die ärztliche Versorgung in der Region. Ein Arzt aus Wechselburg will Patienten in dem Dorf behandeln.

Wie die Peniger Stadtverwaltung am Freitag mitteilte, sei es Bürgermeister Thomas Eulenberger (CDU) gemeinsam mit dem Internisten und Hausarzt Dr. Ludger Mende gelungen, eine Lösung zu finden. "Es ist geplant, den Betrieb einer neuen Hausarztpraxis ab 1. April 2020 mit zehn bis zwölf Stunden wöchentlicher Öffnungszeit zu beginnen", erklärt Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt. Arzt Ludger Mende betreibe in Wechselburg eine Hausarztpraxis und werde in Langenleuba-Oberhain, in Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, eine Zweigstelle einrichten. Die Stadt wolle in den nächsten Monaten die ehemalige Gemeindeschwesternstation an der Grundschule Langenleuba-Oberhain zu einer Arztpraxis umbauen. "Das Gebäude sollte eigentlich abgerissen werden und bleibt nun so durch eine sinnvolle Nutzung erhalten", sagt Manuela Tschök-Engelhardt.


Dass der neue Arzt nach Langenleuba-Oberhain kommt, dafür hat sich der Bürgermeister eingesetzt. "Es ist natürlich auch immer etwas Glück dabei", sagt Thomas Eulenberger. Kontakte, die er über viele Jahre geknüpft habe und das Gespür, welcher Arzt eventuell seine Praxis erweitern möchte, hätten ihn weitergebracht. Bereits beim ersten Versuch habe es geklappt. "Wir waren schon sehr enttäuscht, dass wir keine Lösung mit der LMK finden konnten", so Eulenberger, der im Aufsichtsrat der Krankenhausgesellschaft LMK sitzt. Außerdem hätte er es nicht gut gefunden, wie er sagt, wenn die Leute aus Langenleuba-Oberhain zum Hausarzt nach Penig fahren müssten. Eine Lösung vor Ort sei daher die beste.

Das Gebäude der ehemaligen Gemeindeschwesternstation gehöre der Stadt. "Es bietet sich an, es zur Arztpraxis umzubauen. Denn es gibt Stellplätze für Autos vor der Grundschule. Und die Versorgungsleitungen könnten verlängert werden", so Eulenberger. Mit einem Bauplaner habe man bereits gesprochen. Er sehe keine Probleme, das Gebäude umzubauen. Nun müsse die Finanzierung geklärt, eine Baugrunduntersuchung erledigt und die Planungen durchgeführt werden. Wann mit dem Umbau begonnen werden kann und wann die neue Arztpraxis fertig ist, das lasse sich momentan allerdings noch nicht sagen.

In Langenleuba-Oberhain selbst wird die Ankündigung mit Erleichterung aufgenommen. "Fürs erste sind wir sehr froh, dass sich wieder ein Arzt ansiedeln will", sagt Florian Hainich, der gemeinsam mit Oliver Flemming aus Niedersteinbach in den vergangenen Wochen 735 Unterschriften von Einwohnern für den Erhalt der Arztpraxis gesammelt hatte. Obwohl er sich über das Angebot der Stadt freut, wäre es aus seiner Sicht günstiger gewesen, eine dauerhafte Lösung für die bereits bestehende Praxis zu finden. "Der Stadt würden dadurch keine unnötigen Kosten entstehen, und der Eigentümer müsste das Gebäude nicht zweckentfremdet umbauen", so Florian Hainich. Insgesamt aber hoffe er, dass die Bewohner des Ortsteils mit der Lösung zufrieden sind und die künftige Arztpraxis gut angenommen werde.


Versorgung auf dem Land

Im Januar 2018 hatte die Fachärztin für Innere Medizin, Denise Krenz, die hausärztliche Versorgung in Langenleuba-Oberhain, in der Nebenpraxis des Medizinischen Versorgungszentrums Rochlitz, aufgenommen - mit einer halben Stelle neben ihrer Tätigkeit am Hauptstandort MVZ Rochlitz.

Zu den Gründen der Schließung hatte die Kreis-Krankenhausgesellschaft LMK erklärt, dass die Praxisräume nicht mehr den aktuellen Standards entsprechen. Das betreffe beispielsweise den Datenschutz und die Hygiene. Sanitäre Anlagen und anderes seien in einem veralteten Zustand. In der Praxis wären hohe Investitionen in die Substanz und Ausstattung notwendig. Da das Gebäude der LMK aber nicht gehöre, sei das schwer umzusetzen.

Hausärztin Denise Krenz wird künftig ausschließlich im MVZ in Rochlitz tätig sein und dort auch für die Patienten von Langenleuba-Oberhain zur Verfügung stehen. Das sei "eine strategische Entscheidung zur Weiterentwicklung des MVZ- beziehungsweise Unternehmensverbundes", heißt es von der LMK. (ule)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...